Transnationale Altersmigration in Europa
Transnationale Altersmigration in Europa
复制标题
欧洲的跨国移民
DOI:
10.1007/978-3-531-93493-8
复制
发表时间:
2011
期刊:
影响因子:
--
通讯作者:
C. Kaiser
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
C. Kaiser
1.1 ProblemstellungDie Muster internationaler Wanderungsbewegungen haben sich in der jüngeren Zeit unter dem Einfluss der Globalisierung sowie des sozialen und demographischen Wandels deutlich verändert. Neben der Beschleunigung der Migrationsprozesse ist eine zunehmende Differenzierung der Migrationsarten und-formen zu beobachten (Castles und Miller 1993). Grenzüberschreitende Wanderungen sind dabei immer weniger nur als „one way journey “im Sinne von einmaligen und unidirektionalen Wohnsitzverlagerungen anzusehen (McHugh 1990); Migration wird in vielen Fällen vielmehr zu einer Lebensform an sich. Grenzüberschreitende Migranten spannen damit ihr Leben zwischen mehreren geographischen Bezugspunkten auf, wodurch soziale Räume und soziale Beziehungen ihre exklusive Bindung an einen Ort verlieren und sich stattdessen über mehrere Lokalitäten verteilen (" heterolocalism", vgl. Zelinsky und Lee 1998). Diese spezielle Form der Wanderung wird in der Migrationsforschung als transnationale Migration bezeichnet (vgl. Pries 2003). Transmigranten unterhalten soziale und ökonomische Beziehungen zu Orten der Herkunfts-als auch Ankunftsregion, sie sind daheim und/oder fremd in zwei oder mehreren Kulturen, und ihr Leben spielt sich sowohl „hier “als auch „dort “, dabei jedoch niemals ausschließlich „hier “oder ausschließlich „dort “ab. Beck prägte für diese Mehrörtigkeit den Begriff „Ortspolygamie “, womit er das „Verheiratetsein mit verschiedenen Orten “meint (Beck 1997b: 129). Die Ortspolygamie werde durch räumliche Mobilität (zirkuläre Migrationsprozesse wie Pendelmigrationen oder saisonale Migration) und zugleich „innere Mobilität “(geistige und physische Beweglichkeit als Voraussetzung für das Hin und Her) aufrechterhalten. Das Leben an mehreren Orten und in unterschiedlichen Welten wird bislang vor allem durch Anforderungen der zunehmend international vernetzten Arbeitswelt begründet. Die bekanntesten Beispiele sind neben global agierenden Wirtschafts-oder Politikeliten vor allem grenzüberschreitende Pendelmigranten, wie zB mexikanische Arbeiter in den USA oder osteuropäische Saisonarbeitskräften und Haushaltshilfen in Deutschland (Pries 1998; Fassmann und Mydel 2002; Glorius 2007). In jüngerer Zeit haben sich jedoch plurilokale Lebensformen auch jenseits der Logiken der Arbeitswelt etabliert, die auf regional diffe-