Pädiatrie nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR
Pädiatrie nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR
复制标题
1945 年之后德意志联邦共和国和东德的儿科
DOI:
10.1007/s00112-016-0057-3
复制
发表时间:
1945
影响因子:
0.4
通讯作者:
Susanne
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
Susanne
Liebe Kolleginnen und Kollegen, zum dritten Mal seit 1994 widmet sich ein Sonderheft der Monatsschrift Kinderheilkunde der Geschichte der Kinderund Jugendmedizin in Deutschland im 20. Jahrhundert. Fünf Jahre nach dem Mauerfall erschien zunächst eine, wie es damals hieß, Materialsammlung zur Geschichte der Gesellschaft für Pädiatrie der DDR und ihrer Arbeitsgemeinschaften; 2011 wurde ein Begleitheft zur Potsdamer Gedenkveranstaltung „Im Gedenken der Kinder. Die Kinderärzte und die Verbrechen an Kindern in der NS-Zeit “und zur gleichnamigen Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Kinder-und Jugendmedizin (DGKJ) herausgegeben. Das jetzt vorliegende Heft „Pädiatrie nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR “schließt thematisch an seine Vorgänger an, indem sich einzelne Beiträge noch mit den Nachwirkungen von Krieg und NS-Ideologie in der deutschen Kinderheilkunde befassen, indem aber auch die erwähnte Materialsammlung zur Pädiatrie der DDR weitergeführt und die pädiatrische Entwicklung in Westdeutschland vergleichend miteinbezogen wird. Das Heft mit insgesamt 19 Beiträgen wirddurchzweiÜberblicksdarstellungen eingeleitet, die die unterschiedliche Entwicklung und Organisation der Kinderheilkunde in Ost-und Westdeutschland aufgrund der Zuordnung zu zwei miteinander konkurrierenden politischen Systemen erkennbar werden lassen. Weitere Artikel befassen sich mit der Genese und Entwicklung pädiatrischer Spezial-und Grenzgebiete wie beispielsweise der Kinder-und Jugendpsychiatrie oder der Kinderchirurgie, die den allgemeinen Trend zur Spezialisierung in der Medizin nach 1945 abbilden. Darüber hinaus enthält das Heft mehrere Beiträge, die einen institutionsgeschichtlichen oder biografischen Ansatz verfolgen. In der Rekonstruktion verschiedener Lebensläufe wie derjenigen von Hermann Mai, Hartmut Dost, Albert Viethen und Alfred Adam werden nicht nur Kontinuitäten und Brüche in Denkmustern und Karriereverläufen deutlich, es bildet sich darüber hinaus auch der schwierige Umgang mit der NS-Vergangenheit in der deutschen Nachkriegspädiatrie ab, der im Einzelfall bis heute nachwirkt.Bei der Zusammenstellung des Sonderheftes erschien es nicht nur wichtig, die Beiträge zu ost-und westdeutschen Themenmöglichstgleichgewichtigzuberücksichtigen. Vielmehr sollten sowohl Medizinhistoriker als auch Zeitzeugen–Kolleginnen und Kollegen aus der pädiatrischen Praxis–zu Wort kommen. Zeitzeugen geben unmittelbar über die Atmosphäre und die Verhältnisse einer Zeit Auskunft; als Partner im Bemühen um eine möglichst vollständige Geschichtsbetrachtung ist es Aufgabe der Historiker, aufderGrundlagederüberlieferten Quellen nach ihren Regeln ein Bild der Geschichte zu entwerfen und damit die mündliche Überlieferung zu ergänzen und zu rahmen. Vor diesem Hintergrund bietet das vorliegende Heft dem zeitgeschichtlichinteressiertenLesereine lebendige Mischung aus „unmittelbaren “Erfahrungsberichten aus der Kinderheilkundeund „mittelbaren “, mitdemdistanziertenBlickdesHistorikersformulierten Analysen aus der Medizingeschichte. Die Autorinnen und Autoren sind im Wesentlichen Kolleginnen und Kollegen aus der Pädiatrie und der Medizingeschichte, die im November 2013 und Februar 2015 bereits an zwei Arbeitstagungen der Historischen Kommission der DGKJ zur Zeitgeschichte der Kinderheilkunde in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR aktiv teilgenommen