Charakterisierung des laryngealen Adduktionsreflexes durch Stimulation mit Mikrotröpfchen-Impulsen (microdroplet impulse testing)
Charakterisierung des laryngealen Adduktionsreflexes durch Stimulation mit Mikrotröpfchen-Impulsen (microdroplet impulse testing)
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微滴脉冲测试
作者:
M. Ptok;S. Schroeter
Zusammenfassung Hintergrund: Der Kehlkopf gilt als Kreuzungsstelle zwischen Atem- und Schluckwegen. Erfolgt die Nahrungsaufnahme, müssen durch geeignete Verschlussmechanismen die Atemwege unterhalb der Glottis sicher gegen ein Eindringen von Nahrungsbestandteilen geschützt werden. Als wesentlicher Verschlussmechanismus gilt der laryngeale Adduktionsreflex (LAR) mit einer frühen, vermutlich di- oder oligosynaptisch verschalteten ipsilateralen LAR1- und einer späten polysynaptischen ipsi- und kontralateralen LAR2-Komponente. Ziel der Studie war es, repetitiv und nicht-invasiv bei gesunden Probanden den LAR zu messen und die empirisch gewonnenen Daten mit Daten, die von invasiven Charakterisierungsstudien gewonnen wurden, zu vergleichen. Methodik: Im Rahmen einer prospektiven Pilotstudie wurde bei 10 Probanden zwischen 22 und 57 Jahren mit gezielt auf die endolaryngeale Schleimhaut applizierten, sehr kleinen Wassertröpfchen (Microdroplet impulse testing MIT) der LAR provoziert. Durch gleichzeitige Beobachtung der anatomischen Strukturen mit einem Hochgeschwindigkeitsglottografie-System konnte die Zeit zwischen Auftreffen des Mikrotropfens auf der Schleimhaut und dem Beginn der Stimmlippenadduktionsbewegung und somit ein Näherungswert für die Reflexlatenzzeit ermittelt werden. Ergebnisse: Die Auswertung des Bildmaterials ließ keine frühe Stimmlippenbewegung entsprechend einer LAR1 Komponente erkennen. Die gemessenen Latenzzeiten für LAR2 waren höher, als die per EMG gemessenen/publizierten Werte. Zwischen rechter und linker Larynxstimulation gab es keine signifikanten Unterschiede in den Latenzzeiten. Diskussion: Möglicherweise ist die per EMG ermittelte LAR1 Komponente als Muskelaktivität nicht ausreichend, um eine sichtbare Adduktionsbewegung herbeizuführen. Dass im Vergleich zu den bisher publizierten EMG Werten die hier gemessene Latenzzeit länger war, erklärt sich möglicherweise aus der Tatsache, dass die visuell detektierbare Muskelaktivität erst verzögert nach einer bereits per EMG feststellbaren Muskelaktivität einsetzt. Weitere Studien zum LAR erscheinen insbesondere deshalb sehr wünschenswert, weil die hier gewonnenen Ergebnisse auch Fragen zur klinischen Bedeutsamkeit des LAR aufwerfen.