Neoliberalismus, Staat und Selbsttechnologien. Ein kritischer Überblick über die governmentality studies
Neoliberalismus, Staat und Selbsttechnologien. Ein kritischer Überblick über die governmentality studies
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新自由主义、国家与自我技术研究。
DOI:
10.1007/s11615-000-0003-8
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发表时间:
2000
影响因子:
1.3
通讯作者:
T. Lemke
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
T. Lemke
ZusammenfassungWährend in Deutschland immer noch eine philosophisch-akademische und häufig stark polarisierte Rezeption Michel Foucaults dominiert, findet in angelsächsischen Ländern eine sozialwissenschaftliche und politisch orientierte Debatte seiner Arbeit statt. Im Mittelpunkt steht hier die produktive Aufnahme und pragmatische Weiterentwicklung seiner Arbeit, die jenseits der Philosophie eine eigenständige Forschungstradition in den Einzeldisziplinen hervorgebracht hat. Teil dieser theoretischen Foucault-Konjunktur ist eine Reihe von Untersuchungen, die im Anschluss an Foucault mit dessen Begriffder Regierung zu arbeiten versuchen: die governmentality studies.In dem Beitrag werden zunächst die methodisch-theoretischen Prinzipien dieser Forschungsperspektive aufgezeigt. Foucault konzipierte einen weiten Begriffvon Regierung, der die wechselseitige Konstitution und systematische Kopplung von Machttechniken, Wissensformen und Subjektivierungsprozessen ins Zentrum der Untersuchung rückt. Im zweiten Teil wird im Rahmen eines Vergleichs mit Ulrich Becks Konzept der Risikogesellschaft das eigenständige theoretische Profilder Gouvernementalitätsstudien erläutert, die an Foucaults skizzenhafte und fragmentarische Ausarbeitung des Regierungsbegriff anknüpfen. Deren analytische Fruchtbarkeit für die Untersuchung neoliberaler Regulations- und Steuerungsmodi resultiert aus zwei forschungsstrategischen Entscheidungen: der Konzentration der Untersuchungsinteressen zum einen auf die Verbindungen zwischen abstrakten politischen Rationalitäten und den empirischen Mikrotechniken des Alltags und zum anderen auf ein Kontinuum von Selbst- und Fremdführungen, das von der politischen Regierung des Staates bis zu Formen von Selbstregierung reicht. Allerdings sind in der gegenwärtigen Diskussion auch eine Reihe von ungelösten Fragen und schwer wiegenden Problemen festzustellen, von denen zwei — die Rolle des Staates und die Konzeption von Widerstand — im dritten Teil ausführlicher behandelt werden.AbstractWhile the reception of Foucault’s work in Germany is still dominated by highly polarized philosophical and academic debattes, his concepts and ideas inspired many studies in the social and political sciences in the Anglo-Saxon world. Part of this general theoretical interest are the so called governmentality studies refering to the notion of governmentality coined by Foucault. This articles begins with an outline of the theoretical principles underpinning this research framework. Foucault uses the concept of government in a comprehensive sense adumbrating the close link between forms of knowledge, power techniques and processes of subjectivation. In the second part follows a brief presentation of some subsequent work inspired by Foucault’s account. By confronting Ulrich Beck’s notion of risk society with the governmentality approach it will be demonstrated that this kind of theoretical perspective could be very useful for a critical analysis of neo-liberal modes of regulation. It links political rationalities to the micro-techniques of every day life and explores the field of the government which ranges from “governing the self” to “governing others” encompassing the state and civil society. Yet, there still remain unsolved problems and ambiguities, especially the role of the state and the question of resistance in the governmentality studies. These points are taken up in the third part of the text.