Die sogenannte Dritte Welle? Evidenzbasiert, nützlich oder überflüssig?
Die sogenannte Dritte Welle? Evidenzbasiert, nützlich oder überflüssig?
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Die sogenannte Dritte Welle?
DOI:
10.1026/1616-3443/a000294
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发表时间:
2014
影响因子:
1.1
通讯作者:
J. Hoyer
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
B. Tuschen;J. Hoyer
Die Grunder der Verhaltenstherapie hattenMitte des letzten Jahrhunderts die Vision, Psychotherapie wissenschaftlich zu betreiben, das heist auch und gerade in Abgrenzung zur Psychoanalyse und Tiefenpsychologie, einen empirischen Zugang zur Psychotherapie zu wahlen, der gekennzeichnet sein sollte durch operationalisierbare Konstrukte und Hypothesen, die grundsatzlich falsifizierbar bzw. durch empirische Methoden, z.B. durch Beobachtung, uberprufbar sein sollten. Neben der Beobachtbarkeit stellte die intersubjektive Nachprufbarkeit ein wichtiges Zielkonzept dar. Dass auch Phanomene wie Gedanken, mentale Vorstellungsbilder oder andere, durch Introspektion zugangliche Konstrukte fur die Verhaltenssteuerung von Bedeutung sein konnen, wurde auch von uberzeugten Behavioristen nicht bestritten. Aber solche Phanomene galten eben aufgrund der hohen Subjektivitat bzw. fehlenden Intersubjektivitat als Phanomene, die mit anerkannten wissenschaftlichen Methoden der empirischen Psychotherapieforschung nicht erforschbar zu sein schienen. In der sogenannten kognitiven Wende (oder 2. Welle der Verhaltenstherapie) wurden „weiche“ Daten wie Selbstverbalisationen, innere Dialoge, dysfunktionale Gedanken im Zusammenhang mit Schemata, Planen und Oberplanen wieder salonfahig und damit als Gegenstand der klinischpsychologischen Forschung aufgegriffen. Das Bemuhen um operationalisierbare und uberprufbare Konstrukte blieb, auch wenn dies nicht mehr ganz so leicht einlosbar war. Aber gerade durch die enge Verknupfung zwischen der Grundlagenforschung der Psychologie und der Anwendungsforschung in der Klinischen Psychologie gelang es vielfach, Brucken zu schlagen zwischen einerseits sehr hohen methodischen Anspruchen (z.B. intersubjektive Uberprufbarkeit) und andererseits klinisch relevanten Phanomenen, die nicht langer aufgrund von forschungsmethodischen Anspruchen ausgeklammert werden sollten (z.B. dysfunktionale Muster der Aufmerksamkeitsverteilung; storungstypische, autobiografische Gedachtnisse). Wissenschaftliche Publikationen und Vortrage auf Fachkongressen, z.B. unserem Fachkongress der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie, dokumentieren, dass es der Klinischen Psychologie uberwiegend sehr gut gelungen ist, „weiche“ Konstrukte (z.B. storungstypische Prozesse der Informationsverarbeitung) mit solider Methodik zu untersuchen. Aber bei vielen Konzepten der sogenannten 3. Welle der Psychotherapie stellt sich uns durchaus die Frage, ob die Kritik, die die Grunder der Verhaltenstherapie an allzu globalen und kaum oder nicht falsifizierbaren Atiologieund Psychotherapiekonzepten des letzten Jahrhunderts hatten, nicht auch auf viele der neuen Ansatze zutrifft, die sich als schulenubergreifende oder sogenannte Dritte-Welle-Psychotherapien verstehen.