Das Adipositasparadoxon oderReverse Epidemiologie
Das Adipositasparadoxon oderReverse Epidemiologie
复制标题
脂肪悖论或逆流行病学
DOI:
--
复制
发表时间:
2010
期刊:
影响因子:
--
通讯作者:
A. Rieder
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
T. Dörner;A. Rieder
Ubergewicht und Adipositas sind in der Allgemeinbevolkerung
unumstrittene unabhangige Risikofaktoren fur erhohte
Krankheitswahrscheinlichkeit und Mortalitat. Andererseits
zeigte sich, dass bei bestimmten Bevolkerungsgruppen und
Patientinnen und Patienten mit verschiedenen medizinischen Konditionen
(hohes Alter, konsumierende Erkrankungen, Herzerkrankungen, dialysepflichtige
Niereninsuffizienz) Ubergewicht und Adipositas mit einer
hoheren Uberlebensrate assoziiert sind. Um dieses
Phanomen zu beschreiben, wurden die Begriffe „Reverse
Epidemiologie” und „Adipositasparadoxon” vorgeschlagen.
Ob dieses Phanomen tatsachlich durch einen protektiven
Effekt eines hohen Fettgewebsanteils zustande kommt, ist bis jetzt
weitgehend ungeklart. Methodische Probleme in Studiendesigns,
in denen ein Adipositasparadoxon nahegelegt wird, wie „Surviver-Bias”, „Selection-Bias”, „Lead
Time Bias” oder in Metaanalysen auch der „Publication-Bias” sowie
Confounder wurden diskutiert, konnen aber das beobachtete
Phanomen sicher nicht zur Ganze erklaren.
Auch physiologische Erklarungsmodelle, in denen ein tatsachlicher
protektiver Effekt eines hohen Body Mass Index bei Patientinnen und
Patienten mit konsumierenden Erkrankungen oder bei Hochbetagten
nahegelegt wird, wurden erstellt. Insbesondere erhohte
Inflammationsmarker, verbunden mit Malnutrition pradizieren
bei Personen mit diversen medizinischen Bedingungen eine hohe Mortalitat
und Ubergewicht und Adipositas konnen diesem Effekt
entgegenwirken. Die moglichen Implikationen fur
klinische Empfehlungen und Public Health Empfehlungen bezuglich
Gewichtsmanagement und Ernahrung sind Gegenstand zukunftiger
Forschung. Bei Hochbetagten Personen und Patientinnen und Patienten
mit Erkrankungen mit schlechter Prognose sollten im Gewichtsmanagement auch
Auswirkungen auf die Lebensqualitat berucksichtigt
werden. Overweight and obesity are independent risk factors for the development
of disease and death in the general population. However, in people
with various conditions (old age, wasting diseases, heart diseases
or renal dialysis) overweight and obesity are associated with a
higher survival rate. The terms „reverse epidemiology” or „obesity
paradox” have been suggested to describe this finding.
However, it still remains uncertain, whether this phenomenon is
attributable to a real protective effect of high body fat mass.
Methodological problems in studies suggesting an obesity paradox
such as survivor bias, selection bias, lead time bias or, in meta
analyses, publication bias and confounders have been discussed.
These cannot, however, entirely explain the observed phenomenon.
Biological models, examining possible explanations for the protective
effect of high body mass, for instance, in wasting diseases and
elderly patients, have also been produced. In particular high inflammation
markers combined with malnutrition predict a high mortality rate among
patients with various medical conditions: overweight and obesity
could counter these effects. Possible implications for clinical
and public health recommendations regarding weight management and
nutrition are issues for future research. In elderly subjects and
patients with a poor prognosis the impact of weight management on
quality of life should also be taken into account.