Einleitung: Literarische Interviews
Einleitung: Literarische Interviews
复制标题
简介:文学访谈
DOI:
10.1080/00168890.2016.1133948
复制
发表时间:
2016
期刊:
影响因子:
--
通讯作者:
Stephan Pabst
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
Torsten Hoffmann;Stephan Pabst
D as Interview galt lange Zeit als bloßer Nebentext des literarischen Werks. 1 Dementsprechend gering war das literaturwissenschaftliche Interesse. Interviews waren eine mögliche Quelle literaturwissenschaftlicher Arbeiten, sie waren nicht ihr Gegenstand. Dass sich das in den letzten Jahren geändert hat, 2 hängt ua mit der kulturwissenschaftlichen Offnung der Germanistik zusammen, die zu einer zunehmenden Beschäftigung mit Autorschaftsinszenierungen geführt hat. 3 Aber auch die Gattung des Interviews hat sich in den vergangenen 30 Jahren erheblich gewandelt. Das Interview ist literarischer geworden. Für diese Literarisierung gibt es unterschiedliche Indizien und Gründe. Einer besteht in den Anderungen des Verständnisses von Autorschaft. Allen theoretischen Todeserklärungen zum Trotz hat sich die Kategorie des Autors als literaturwissenschaftliche Heuristik einerseits und als marktstrategisches Werbemittel andererseits erhalten. Unter der Bedingung solcher Fremdzuschreibung halten auch die Autoren an ihrer Autorschaft fest, allerdings gebrochen. Die Autorkritik ist nicht einfach verloren gegangen, sie begleitet den Auftritt des Autors als Bewusstsein seiner eingeschränkten Autonomie und Echtheit oder positiv formuliert als Bewusstsein davon, dass Autorschaft eine Inszenierung, ein komplizierter Mechanismus aus Selbst-und Fremdzuschreibungen ist. Das Interview ist der Ort, an dem dieses Bewusstsein implizit oder explizit ausgetragen wird.