Untersuchungen zum gezielten Einsatz von Insektiziden gegen den Rapsglanzkäfer (Meligethes aeneus) in der landwirtschaftlichen Praxis des Landes Brandenburg im Zeitraum von 2006 bis 2014
Untersuchungen zum gezielten Einsatz von Insektiziden gegen den Rapsglanzkäfer (Meligethes aeneus) in der landwirtschaftlichen Praxis des Landes Brandenburg im Zeitraum von 2006 bis 2014
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2006年至2014年
作者:
S. Kupfer;G. Schröder
ZusammenfassungDie Bekämpfung der Rapsschädlinge einschließlich des Rapsglanzkäfers – Meligethes aeneus (RGK) erfolgte vor 2006 mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Pyrethroide der Klasse II. Damit wurde die Selektion Pyrethroid-resistenter Rapsglanzkäferpopulationen gefördert. Ziel unserer Untersuchungen war es, Möglichkeiten zur Bekämpfung dieser Populationen zu identifizieren. Dazu wurden 465 Insektizid-Anwendungen aus der landwirtschaftlichen Praxis in den Jahren 2006–2014 bezüglich ihrer Wirkung auf den Rapsglanzkäfer analysiert und zusätzlich eigene Versuche zur Prüfung der Wirksamkeit zugelassener Insektizide bzw. Bekämpfungsstrategien durchgeführt. Die Auswertung ergab, dass die höchsten Wirkungsgrade mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Organophosphate und mit Indoxacarb bzw. Pymetrozin erzielt wurden. Außerdem ließ sich aus den untersuchten Daten ableiten, dass der Wirkungsgrad von Thiacloprid (einem Insektizid aus der Klasse der Neonicotinoide) im gesamten betrachteten Zeitraum relativ konstant geblieben ist. Im Gegensatz dazu spiegelt sich die Zunahme der Pyrethroid-resistenten Rapsglanzkäferpopulationen auch in der weiteren Abnahme der Wirkungsgrade der Pyrethroide der Klasse II im Zeitraum 2011 bis 2014 wider.Zusammenfassend ist festzustellen, dass mit den gegenwärtig zur Verfügung stehenden Insektiziden nur Wirkungsgrade von maximal 80–85 % gegenüber dem Rapsglanzkäfer erzielt werden. Auf Rapsstandorten mit einem sehr starken Rapsglanzkäferbefall kann deshalb selbst bei mehrfacher Anwendung von Insektiziden ein wirtschaftlicher Schaden nicht verhindert werden.Um einer weiteren Verschärfung der Resistenzproblematik vorzubeugen, ist ein weiterer Aspekt in Zukunft stärker zu beachten. Die Analyse der Praxisdaten ergab, dass etwa 55 % aller Insektizid-Anwendungen im Raps vor dem Erreichen des ohnehin relativ niedrigen Bekämpfungsrichtwertes (BRW) für schwach entwickelte Rapsbestände erfolgte; häufig im Stadium der Kleinstknospe (BBCH 51). Auf der Basis der gegenwärtig empfohlenen höheren BRW wäre eine Insektizid-Anwendung nur in etwa 15 % der Fälle notwendig gewesen. Somit könnte bei stärkerer Beachtung der BRW eine Verringerung der Anzahl der Insektizid-Anwendungen erreicht und damit auch der Selektionsdruck deutlich reduziert werden. Im Rahmen der Pflanzenschutzberatung sollte ein Kompromiss zwischen Ausschöpfung der BRW und der Anwendung des geeignetsten Insektizides gefunden werden.AbstractBefore 2006, agents of class II pyrethroids were used to control rape pests including the rape pollen beetle mainly. Thus, the selection of pyrethroids-resistant pollen beetle populations was encouraged. The aim of our study was to identify ways to combat these populations. Therefore, data of 465 real on-farm insecticide applications from nine years since 2006 were analyzed with regard to their effects on the pollen beetle and own experiments were carried out to test the efficacy of approved insecticides and control strategies. The analysis showed that the highest efficiencies were obtained with agents of the group of organophosphates and with the active substances indoxacarb and pymetrozine. Beyond that, the data examined revealed that the efficiency of thiacloprid (an insecticide of the class of neonicotinoids) has remained relatively constant throughout the observation period. In contrast, the increase in pyrethroid-resistant pollen beetle populations reflects the further decrease in efficacy of class II pyrethroids in the period 2011–2014.In summary, it should be noted that currently available insecticides achieve a maximal abatement level of 80–85 %. Therefore, an economic damage cannot be prevented on rapeseed locations with a very strong pollen beetle infestation even if multiple use of insecticides happens.To prevent further escalation of the resistance problem, another aspect should be given greater attention in the future. 55 % of the insecticide applications in the practice dataset where carried out before the control threshold (BRW) for weakly developed oilseed rape crops was achieved; often in the stage of micro-bud (BBCH 51). In compliance with the currently suggested higher control threshold, only 15 % of the insecticide applications would have been necessary. Thus, a reduction of the number of insecticide applications could be achieved by considering the higher thresholds. This would significantly reduce the selection pressure. Therefore, plant protection advice should mediate between exploiting the control thresholds and using the most appropriate insecticide.