Diepensee. Gründung, Umgestaltung und Wachstum einer ländlichen Siedlung im Mittelalter
Diepensee. Gründung, Umgestaltung und Wachstum einer ländlichen Siedlung im Mittelalter
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迪彭西 (Diepensee) 中世纪乡村聚落的建立、改造和发展
DOI:
10.11588/dgamn.2014.2.17032
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发表时间:
2014
期刊:
影响因子:
--
通讯作者:
Blandine Wittkopp
中科院分区:
文献类型:
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作者:
Blandine Wittkopp
Doch für Diepensee gibt es weitere Hinweise, dass tatsächlich eine Umgestaltung des Dorfs vorliegt. Die Befundverteilung der mittelalterlichen Befunde erstreckt sich ausschließlich im Zentrum der Siedlung auch auf die hinteren Parzellenbereiche (Farbtafel 8, rot), wo im Gegensatz zu den nördlichen und südlichen Dorfbereichen eine dichte Befundlage angetroffen wurde. Im Süden und Norden des Angerdorfs blieben die Parzellen im hinteren Bereich dagegen meist frei, dort sind allenfalls Zäune und Gärten nachzuweisen. Einige mittelalterliche Befunde im Zentrum des Dorfs reichen sogar bis unter oder seltener auch in die Flächenbereiche außerhalb des Dorfgrabens (Farbtafel 8, grün 2), der im Mittelalter als feste Rechtsgrenze galt, die nicht übertreten oder überbaut werden durfte. Es gibt Siedlungsbereiche, in denen Gebäude oder andere Siedlungsstrukturen von späteren Parzellengrenzen des Angerdorfs geschnitten wurden (Farbtafel 8, grün 3 und Gebäude 34). Ferner fallen mittelalterliche Gebäude auf, die deutlich abweichend von der Parzellenstruktur des Anger dorfs orientiert sind (Farbtafel 8, grün 4). Es handelt sich meist um Nord-Süd-oder West-Ost-orientierte Hausgrundrisse, die sich nicht in befriedigender Weise in die Parzellenstruktur des in der Längsachse Nordwest-Südost-orientierten Angerdorfs einpassen lassen. Zudem lagen Hausbefunde in einem Bereich westlich des Sees, in dem die leider nur partiell erhaltene westliche Angerstraße zu erwarten ist (Farbtafel 8, grün 1). Es handelt sich deshalb auch bei diesen Häusern sehr wahrscheinlich um solche, die nicht zeitgleich mit dem Angerdorf sind, worauf auch schon eine erste Sichtung des Fundmaterials hindeutete. Im Bereich östlich des Sees gelang schließlich der Nachweis von Resten eines radialen Zaunsystems (Abb. 2), an dem sich die Nord-Südoder West-Ost-orientierten Häuser anlehnen. Weitere Gebäude, besonders einige mittelalterliche Pfostenbauten mit einer deutlich vom späteren Angerdorf abweichenden Orientierung, lassen sich ebenfalls gut in das ältere radiale Parzellensystem einordnen. Es existiert daher eine umfangreiche Bebauung, die an diesem Zaunsystem ausgerichtet war. Dies belegt eindeutig, dass Diepensee ursprünglich eine andere Dorfform gehabt haben muss. Offenbar wurde in Diepensee ein älteres Runddorf zu einem Angerdorf umgestaltet.Die erwähnte Zeile mit älteren Hausbefunden am westlichen Seeufer zeigte vor allem langrechteckige Hausbefunde, wie Gebäude 134 (Abb. 4). Sie liegen am westlichen Seeufer aufgereiht und erinnern bereits durch ihre Form an längliche Großgruben oder Großgrubenkomplexe in slawischen Siedlungen, die meist mit dem slawischen Hausbau in Verbindung gebracht werden. In Diepensee waren diese langen Gruben von Pfostengruben begleitet und können auf Grund ihrer Lage sicher als Haupt gebäude angesprochen werden. Im hinteren Parzellenbereich werden sie von einem Kranz aus kleinen Nebengebäuden und Gruben begleitet (wie bei Gebäude 113, von den umliegenden Fundkomplexe vergleiche besonders Befund 4155 mit einer Kombination aus slawischer Ware und grauer Irdenware), die ebenfalls meist eine Nord-Süd-Orientierung aufweisen und allein durch ihre Orientierung mit dem dort lediglich rekonstruierbaren radialen Parzellensystem korrespondieren dürften. Das auf der Grundlage eines älteren Runddorfs entstandene spätere Angerdorf mit Kirche und See im Zentrum zeigt ebenfalls Spuren einer Weiterentwicklung. Neben der unterschiedlichen Anzahl an Bebauungsphasen sind im Bereich der nur mit ein bis maximal zwei Bebauungsphasen belegten Parzellen der …