Zur Soziologie der Beichte und Anderer Formen Institutionalisierter Bekenntnisse: Selbstthematisierung und Zivilisationsprozess
Zur Soziologie der Beichte und Anderer Formen Institutionalisierter Bekenntnisse: Selbstthematisierung und Zivilisationsprozess
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社会学和社会学的制度化:自我主题化和自我化进程
DOI:
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发表时间:
1997
期刊:
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通讯作者:
Alois Hahn
中科院分区:
文献类型:
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作者:
Alois Hahn
Es soll in diesem Aufsatz um eine Analyse von institutionalisierten Bekenntnissen gehen. Die Beichte ist lediglich ein freilich wichtiger Spezialfall. Institutionelle Bekenntnisse haben nicht nur im Kontext religioser sozialer Kontrolle eine grose Rolle gespielt. Sie sind auch in rechtlichen Verfahren von zentraler Bedeutung. Schlieslich ist gerade die allerjungste Moderne — etwa seit dem 19. Jh. — durch eine Sakularisierung und gleichzeitig den gesteigerten Einsatz von Bekenntnisritualen charakterisierbar. Man denke an die Verwendung von biographischen Bekenntnissen in der Psychoanalyse, in der medizinischen Anamnese und nicht zuletzt in der Sozialforschung, die ihre Vorlaufer in den Verfahren zur Erhebung von Bedurftigkeit hatte, die dann Basis fur private oder offentliche Fursorge waren. Man konnte vielleicht sogar die empirische Sozialforschung als die naturliche Tochter der Heiligen Inquisition sehen (wenn etwas so Unheiliges wie naturliche Tochter mit der Heiligen Inquisition uberhaupt in einem Atemzug genannt werden darf). Die Parallelitat der offentlichen Bekenntnisse der Ketzer und der Hexen in den Prozessen, wie sie die Heilige Inquisition inszenierte, und offentlicher Selbstkritik in revolutionaren Zirkeln oder in den Moskauer Schauprozessen ist uberaus deutlich. Neben den Bekenntnissen, die man anderen macht, durfen auch nicht die vergessen werden, die man lediglich in foro interno als Gewissenserforschung ablegt. Oft sind Selbstbekenntnisse nur Vorbereitungen zu vor dem religiosen oder psychoanalytischen Beichtvater zu leistenden Berichten, bisweilen aber entwickeln sie sich auch zu vollstandig eigenen Formen aus, etwa zum Tagebuch oder zur Autobiographie2.