Wer bin ich oder wo bin ich? Identitätsarbeit Mittelschichtsangehöriger in Insolvenz
Wer bin ich oder wo bin ich? Identitätsarbeit Mittelschichtsangehöriger in Insolvenz
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Wer bin ich oder wo bin ich 破产中的 Identitätsarbeit Mittelschichtsangehöriger
DOI:
10.14361/9783839440346-017
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发表时间:
2017
期刊:
影响因子:
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通讯作者:
Patricia Pfeil
中科院分区:
文献类型:
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作者:
Marion Müller;Patricia Pfeil
Menschen in Insolvenz erleben Irritationen ihrer Identitat, d.h. sie sind mit massiven Veranderungen und Einschrankungen ihrer Handlungsfahigkeit in ihrem Lebensumfeld konfrontiert. Dies trifft umso mehr zu, wenn die Uberschuldeten autonomes Handeln und Entscheiden gewohnt sind. Auf Basis einer empirischen Untersuchung uberschuldeter Menschen aus der Mittelschicht soll dargestellt werden, was Menschen, die sich davon bedroht fuhlen, ihre Mittelschichtsidentitat zu verlieren, unternehmen, ihre Mittelschichts-zugehorigkeit zu erhalten. Insolvente Menschen aus der Mittelschicht, deren Normalitatskonzepte mit Zuschreibungen und Wertorientierungen wie Leistungsbereitschaft und Selbstverantwortung verknupft sind, befinden sich in dem Dilemma, ihre personliche Autonomie zu verlieren und sich Regeln unterwerfen zu mussen, die nicht die eigenen sind. Mit der Insolvenz werden die Zeichen der Mittelschichtsexistenz bruchig. Die Zugehorigkeit zur Mittelschicht ist nicht mehr unhinterfragt, sondern muss explizit hergestellt werden. Dies gilt fur die Darstellung nach ausen wie nach innen. Die Uberschuldeten mussen Strategien entwickeln, die ihnen eine Zuschreibung zur Mittelschicht nach wie vor ermoglicht, der finanzielle Abstieg muss vom sozialen Abstieg entkoppelt werden. Um ihre Handlungsfahigkeit als Mittelschichtsangehorige zu behalten bzw. wieder zu erlangen, mussen diese Menschen Identitatsarbeit leisten. Identitatsarbeit ist dabei vor allem als die Art und Weise zu verstehen, die soziale und personale Platzierung als Mittelschichtsangehorige (wieder) herzustellen bzw. aufrechtzuerhalten. Damit lassen sich aus theoretischer wie empirischer Perspektive folgende Fragestellungen adressieren: Vor welchen Normalitatsfolien konstruieren die uberschuldeten Menschen ihre Mittelschichtszugehorigkeit? Welche Normalitatskonzepte, welche Normen und Werte verfolgen sie? Welche Form von Identitatsarbeit mussen Sie leisten, um ihre Mittelschichtszugehorigkeit vor dieser Normalitatsfolie aufrechtzuerhalten.