Wer „ernährt“ wen? Auf der Suche nach einem neuen Leitbild
Wer „ernährt“ wen? Auf der Suche nach einem neuen Leitbild
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是不是“ernährt” wen?
DOI:
10.5771/0342-300x-2013-3-210
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发表时间:
2013
影响因子:
3.2
通讯作者:
Christina Klenner
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
Christina Klenner
Wir erleben derzeit in allen Industriestaaten einen fundamentalen, vermutlich unumkehrbaren Wandel: Das normativ leitende und faktisch weit verbreitete männliche Familienernährermodell verliert zusehends an Boden, die Frauenerwerbstätigkeit ist stark angestiegen, die Lebensformen haben sich pluralisiert, Geschlechterarrangements auf der Paarebene wandeln sich hin zur Zweiverdienerfamilie, Kinder werden zunehmend öffentlich betreut. Vieles steht im Einklang mit dem Modell, das von der Europäischen Union (EU) vor gut zehn Jahren als neues Leitbild formuliert wurde: das „adult worker“-Modell (Modell des „erwachsenen Erwerbsbürgers“). Es ist Teil einer umfassenden Arbeitsmarktaktivierungsstrategie: Jede und jeder Erwachsene soll erwerbstätig sein. Es beinhaltet zugleich, dass Frauen ihren Lebensunterhalt nicht länger abhängig von einem Mann erhalten, sondern postuliert die eigenständige Existenzsicherung für jede Frau ebenso wie für jeden Mann. Das führt zu der Frage, ob der Familienlohn noch zeitgemäß ist. Der Familienlohn als Leitbild im fordistischen Industriezeitalter sollte es dem Arbeiter ermöglichen, mit seinem Lohn eine Familie – Frau und Kinder – zu unterhalten. Dieses Bild korrespondiert mit einer Familienform, die heute längst nicht mehr die alleinige oder auch nur typische ist. Und es passt zu einer Vorstellung, die die Abhängigkeit der Frau vom Mann und somit eine hierarchische Geschlechterbeziehung akzeptiert. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hat inzwischen andere Geschlechterrollenvorstellungen. Der Familienlohn ist damit zum einen Ausdruck eines Geschlechtermodells, das heute aus der Gleichstellungsperspektive zunehmend infrage gestellt wird. Zum anderen hat der Familienlohn heute auch faktisch stark an Prägekraft eingebüßt. Selbst männliche Normalarbeitnehmer – in Vollzeitarbeit, berufsfachlich qualifiziert und nicht Wer „ernährt“ wen? Auf der Suche nach einem neuen Leitbild