Einleitung Policy-Analyse. Elemente der Kritik und Perspektiven der Neuorientierung
Einleitung Policy-Analyse. Elemente der Kritik und Perspektiven der Neuorientierung
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Einleitung 政策分析。
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发表时间:
1993
期刊:
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通讯作者:
Adrienne Héritier
中科院分区:
文献类型:
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作者:
Adrienne Héritier
Die Policy-Analyse1 sowohl in ihrer beschreibend-erklarenden als auch beratenden Form blickt auf eine Zeit der Verunsicherung zuruck. In den 80er Jahren wurde die Erklarungskraft ihrer steuerungstheoretischen Annahmen und der Nutzen der verwendeten Begrifflichkeit ebenso wie die methodologische und demokratisch-legitimatorische Basis ihrer Beratungstatigkeit nachdrucklich in Zweifel gezogen. So wurde kritisiert, das die politischen Instrumente, die sie unterscheidet, in der unordentlichen Wirklichkeit nicht greifen und die erwunschten Wirkungen hervorbringen. Empirische Befunde ergaben, das die Phasen ihres politischen Prozesmodells „Problemdefinition, Politikformulierung, Implementation und Evaluation/Feedback-Loop“ sich nicht — wie konzipiert — funktional getrennt logisch aneinanderreihen. Vielmehr konnen sie simultan verlaufen oder sich in der Richtung umkehren. Auch lassen sich einzelne Politikinhalte oder Policies in keiner Phase des politischen Prozesses klar und sauberlich voneinander trennen, sondern uberlappen und beeinflussen sich wechselseitig. Daruber hinaus wurde der praktisch-beratenden Policy-Analyse vorgeworfen, sie diene als technokratisches Herrschaftsinstrument. Trotz der Enttauschung uber die mangelnde steuerungstheoretische Erklarungskraft und den eher bescheidenen wissenschaftlich-beraterischen Erfolg der Policy-Analyse gelang es jedoch, die erfahrene Kritik konstruktiv zu wenden. Die Verunsicherung und Selbstzweifel mundeten in konzeptionelle und theoretische Weiterungen, die die Policy-Analyse deutlich bereichert haben. So wurden in den analytischen Uberlegungen Ideen und Argumenten bei der Erklarung der Entstehung von Policies mehr Bedeutung zugemessen. Um der Unordentlichkeit des politischen Alltags und dem verschrankten Handeln staatlicher und privater Akteure Rechnung zu tragen, wurden die Policy-Netzwerkanalyse, das Garbage Can-Modell und das Konzept der Policy Advocacy-Koalition in die Analyse integriert. Auch die sektorelle, funktionale und internationale Verflechtung von politischen Masnahmen wurde zunehmend berucksichtigt. Bei der wissenschaftlichen Politikberatung erfolgte mit dem „Postpositivismus“ und der „partizipatorischen Policy-Analyse“ eine methodologische und demokratietheoretische Neubesinnung. Die erwahnten Neuerungen und Weiterungen vollzogen sich zum einen explizit als Antwort auf die konstatierten Mangel; zum anderen ergaben sich Veranderungen aus der Integration von theoretischen Entwicklungen, die sich davon unabhangig in Politikwissenschaft, Soziologie und Okonomie vollzogen hatten (so im Fall der Policy-Netzwerk-Analyse und des „Garbage Can“-Ansatzes). Beide Formen der Neuorientierung trugen zur Ausdifferenzierung der Begrifflichkeit und der Fragestellungen der Policy-Analyse bei und sollen in diesem Band zu Worte kommen.