Die Unendlichkeit der Welt(). Eine Studie über das Symbolische in der Naturwissenschaft
Die Unendlichkeit der Welt(). Eine Studie über das Symbolische in der Naturwissenschaft
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DOI:
10.1002/ange.19440570101
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发表时间:
1944-01
影响因子:
--
通讯作者:
C. F. Freiherr Von Weizsäcker
中科院分区:
文献类型:
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作者:
C. F. Freiherr Von Weizsäcker
Die Welt ist unendlich. Aber reicht unsere Phantasie aus, diese Welt mit der fiir sie notwendigen Unendlichkeit von Gestalten zu bevolkern? Mogen alle Sterne, die wir sehen, Sonnen sein, so ist doch damit, verglichen mit dem unendlichen, unbekamiten Rest, nicht mehr ausgefiillt als mit eineni einzigen Sandkorn. Die aktuell unendliche Welt bleibt eine unerfullbare Forderung an unser Vorstellungsvermogen. Der wirkliche Gebrauch, den die Wissenschaft von der Unendlichkeitsvorstellung gemacht hat, liegt in der potentiellen Unendlichkeit der bekannten Welt. Wir diirfen die Grenzen der bekannten Welt immer weiter hinausschieben und brauchen nicht zu fiircliten, dalj diesem Vordringen einmal anders als durch ein Erlahmen unserer Krafte Halt geboten werde. Dieses Hinausschieben der Grenzen begann schon, als man die Grenze unserer Kenntnis noch fur die Grenze der Welt hielt. Kopernikus, der noch an die von der Fixsternsphae umschlossene endliche Welt glaubte, muWte deli Durchmesser dieser Sphare schon um mehr als das tausendfache groBer annehmen als Piolemius. Zwar steht schon bei Ptolenz&us der Satz, die Erde sei im Verhaltnis zur Fixsternsphare nur eiri Punkt. Denn sonst mi. iRte derselbe Stern, von verschiedenen, weit auseinanderliegenden Orten aus gesehen, in verschiedener Richtung zu stehen scheinen; er miiljte, astronomisch gesprochen, eine,, Parallaxe''zeigen. Wir alle kennen die Erscheinung, daIj bei einer E. isenbahnfahrt die Telegrapheiistangen rasch an uns vorbeieilen, fernere Hauser langsamer zurii&-bleiben und ferne Berge fast unbeweglich zu stehen scheinen. Die Richtung, in der wir eiiieri Gegenstand sehen, andert sich erst dann merklich, wenn wir eine Strecke zuriickgelegt haben, die nicht zu klein ist im Vergleich niit der Entfernung des Gegenstandes von uns. Nun stehen die Sterne fur unseren Blick fest, auch wenn wir die ganze Erde durchmessen. Daraus kann man ihre ungeheure Entfernung abschatzen. Freilich ist eine derartige Abschatzung immer an die Grenzen der Beobachtungsgenauigkeit gebunden. Rine sehr genaue Winkelmessung kiinnte vielleicht doch noch eine gewisse Richtungsiinderung des Sterns ergeben; und so folgt aus dem ptolem5ischeii Argument nur eine untere Grerize fur die wahre Gro13e der Welt. Diese untere Grenze nun vergroBert Koper-nikus auljerordentlich. Denn nach ihm ist ja die Erde selbst bewegt und durchmiBt im Lauf eines Jahres auf ihrer Bahn uni die Sonne eine Strecke, die wie wir heute wisseii-mehr als zwanzigtausendmal groBer ist als tler Iturchlnesser der Erde. In dem scheinbaren Zuriickbleiben der Planeten, wenn die Erde an ihneii vorbeifliegt, liegt gerade die Erkliirung, die Kopewzikus fur die gelegentliche,, Riicklaufigkeit," der Plaiietenbewegung gibt. Die Pixsterne aber zeigten fiir die damnlige Meljgenauigkeit keine Spur eines Zmiickbleibens; sie steheii wahrend des ganzen Jahres fest ail ihrem Platz am Hinunel. Somit muB sogar der Durchmesser der Rrdbahn verschwindend klein sein verglicheri xuit dem Abstaml der Fixstenie. Der ungeheure leere Weltraum, der sich auftat, war fiis viele Astronomen eiti Haupteinwand gegen Kopernikws. l'ych o Rralze meinte, Gott konne nicht einen im Vergleich zum Sonnensystem so groljen Raum ohne Verwendungszweck geschaffeii habeii; worau Re $ ler erwiderte, shnlich wiirde inati clam auch iiber das GroUenverhaltnis des Elefanten zur Ipliege urteileii kijnnen.Als man jetleii Fixstern als eine ferne Some aiiselien lerrite mid die Unendlichkeit der Welt annahm, lautete die Frage nicht mehr: wie weit ist es bis zur Fixsternsphare?, sondern: wie weit ist es bis zum nachsten Fixstern? Mit jeder Verfeinerung …