Synthetische Antitumorvakzine aus Tetanus‐Toxoid‐Konjugaten von MUC1‐Glycopeptiden mit Thomsen‐Friedenreich‐Antigen und dessen fluorsubstituiertem Analogon
Synthetische Antitumorvakzine aus Tetanus‐Toxoid‐Konjugaten von MUC1‐Glycopeptiden mit Thomsen‐Friedenreich‐Antigen und dessen fluorsubstituiertem Analogon
复制标题
DOI:
10.1002/ange.201003810
复制
发表时间:
2010-11
影响因子:
--
通讯作者:
Anja Hoffmann-Röder;A. Kaiser;S. Wagner;Nikola Gaidzik;D. Kowalczyk;Ulrika Westerlind;Bastian Gerlitzki;E. Schmitt;H. Kunz
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
Anja Hoffmann-Röder;A. Kaiser;S. Wagner;Nikola Gaidzik;D. Kowalczyk;Ulrika Westerlind;Bastian Gerlitzki;E. Schmitt;H. Kunz
Eine Aktivimmunisierung gegen menschliche Tumorzellen würde völlig neue Möglichkeiten der Tumortherapie eröffnen. Für sie wären Vakzine erforderlich, durch die eine starke, gegen die Tumorzellen gerichtete Immunantwort induziert wird. Das auf epithelialen Tumorzellen stark überexprimierte tumorassoziierte Mucin MUC1 [1–3] ist ein Kandidat für die Entwicklung einer solchen Vakzine. Es trägt im Vergleich zu MUC1 auf normalen Epithelzellen in der extrazellulären Tandem-Repeat-Region verkürzte, vorzeitig sialylierte Saccharidantigene, wie das TN-, das Thomsen-Friedenreich-(T-) und das Sialyl-TN-Antigen.[1–4] Isoliert aus biologischem Material, dh aus Tumorzellmembranen, ist es wegen der biologischen Mikroheterogenität seiner Glycane, in denen Antigene aus sowohl gesunden als auch malignen Zellen vorliegen, für Vakzinierungen nicht geeignet. Mit synthetischen Glycopeptiden, die definierte tumorassoziierte Saccharide gebunden an Tandem-Repeat-Peptidsequenzen aus dem MUC1 enthalten, sollte dagegen eine gezielte Immunreaktion gegen epitheliale Tumorzellen ausgelöst werden können. Die naturidentischen Glycopeptide und Peptide sind jedoch zu schwach immunogen, um eine starke Immunantwort hervorzurufen. Selbst ihre Konjugate mit Rinderserumalbumin [6, 7] induzieren nur mäßige Immunreaktionen und Antikörper vom IgM-Typ. Dagegen wurden in transgenen Mäusen mit vollsynthetischen Konjugaten aus tumorassoziierten MUC1-Glycopeptiden und T-Zellepitop-Peptiden aus Ovalbumin starke, selektive Immunantworten vom IgG-Typ beobachtet,[8, 9] bisher allerdings nur bei einem Drittel der behandelten Mäuse. Besonders starke Immunreaktionen wurden jedoch mit einer synthetischen Vakzine erreicht, in der das MUC1-Glycopeptid mit einer Sialyl-TN-Saccharid-Seitenkette an Tetanus-Toxoid als Trägerprotein gebunden ist.[10] Tetanus-Toxoid enthält offenbar auch bei der Immunisierung von Mäusen wirksame T-Zellepitope. Auf Tetanus-Toxoid beruhende MUC1-Glycopeptid-Vakzine [10] haben den großen Vorteil, dass sie für Anwendungen beim Menschen [11] geeignet sind. Eine selektive Immunantwort bei allen behandelten Mäusen konnte ebenfalls mit einer vollsynthetischen Vakzine ausgelöst werden,[12] die aus MUC1-Glycopeptid mit T-Antigen-Saccharid und einem Toll-like-Rezeptor-2-Ligand-Lipopeptid [13] besteht. Diese Erfahrungen haben uns nun zur Synthese einer Vakzine aus dem Tetanus-Toxoid und MUC1-Glycopeptiden mit T-Antigen-Seitenkette geführt, da inzwischen auch ein dem T-Antigen analoger Glycosylaminosäure-Baustein zur Verfügung steht, der in den 6-und 6о-Positionen des Saccharids Fluorsubstituenten trägt.[14] Der Vergleich der Eigenschaften der Vakzine mit der natürlichen und der mimetischen T-Antigen-Struktur soll klären, ob man die gegen enzymatischen Abbau empfindlichen Saccharidstrukturen ohne Verlust der immunologischen Wirkung durch verwandte Analoga ersetzen kann, die möglicherweise stabiler gegen enzymatischen Abbau und damit vorteilhaft bei Langzeitbehandlungen sein könnten.