Geschichtsbewusstsein im Jugendalter. Theoretische und exemplarische empirische Analysen
Geschichtsbewusstsein im Jugendalter. Theoretische und exemplarische empirische Analysen
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Geschichtsbewusstsein im Jugendalter。
DOI:
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发表时间:
2001
期刊:
影响因子:
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通讯作者:
J. Straub
中科院分区:
文献类型:
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作者:
Carlos Kölbl;J. Straub
Zusammenfassung: Zunachst wird die These, Geschichtsbewusstsein sei eine anthropologische Kompetenz und Kategorie, auf den Prufstand gestellt. Dabei wird ein Konzept modernen historischen Bewusstseins skizziert, das fortan als Arbeitsbegriff dient. Dieses Bewusstsein, so wird dargelegt, ist kein universeller anthropologischer Tatbestand, sondern ein Resultat der Entwicklung okzidentaler Kulturen und Gesellschaften. Von dieser Entwicklung, in der nicht zuletzt die Durchsetzung eines wissenschaftlichen Weltbildes und methodischen Denkens eine wesentliche Rolle spielte, sind langst eine Vielzahl von Gruppen und Individuen zutiefst gepragt. Deren Geschichtsbewusstsein ist modern, insofern es sich auf eine radikal temporalisierte und dynamisierte Welt bezieht und partielle Reprasentationen dieser Welt (implizit) an argumentative Geltungsanspruche bindet. Auserdem ist es eng mit der Moglichkeit selbstkritischer Reflexionen verbunden, die in der historisch vermittelten Begegnung mit Fremdem verwurzelt sind. Nach einem gerafften Uberblick uber wichtige Fragestellungen und den Stand der Forschung in verschiedenen Disziplinen werden erste, ausgewahlte Ergebnisse einer umfassenderen, qualitativ-empirischen Studie vorgestellt. In den durchgefuhrten und analysierten Gruppendiskussionen mit Jugendlichen – hier speziell: dreizehn bis vierzehnjahrigen Gymnasiasten – finden sich deutliche Indikatoren eines spezifisch modernen Geschichtsbewusstseins. Dieses Bewusstsein ist bei naherer Betrachtung in einem doch erstaunlichen Ausmas wissenschaftlich-methodischen Rationalitatsstandards verpflichtet. Man mag dies als gegluckte Implementation einer vernunftorientierten Lebensform in den Alltag von Jugendlichen begrusen oder als Ausdruck einer Uberformung pragmatischer Handlungsund Lebensorientierungen durch szientifische Standards beklagen: fest steht erst einmal, dass die Verpflichtung, die Rekonstruktion vergangener Wirklichkeiten und geschichtlicher Geschehnisse und Zusammenhange als intersubjektiv nachvollziehbare und rational begrundbare Erkenntnisoperation auszuweisen und zu reflektieren, bei den von uns untersuchten Jugendlichen stark ausgepragt ist. Ihr Denken weist sich auch in anderen Hinsichten als spezifisch "modern" aus. Dieser Befund wird – neben der Darstellung inhaltlicher Geschichtskenntnisse und Interessen der Jugendlichen – ausfuhrlich dargelegt. Abschliesend wird erortert, inwiefern sich die zentralen Ergebnisse als Korrektur gegen die verbreitete Klage uber ein angeblich defizitares Geschichtsbewusstsein von Schulern verstehen lassen.