Die Anfänge der Chinesischen Literatur
Die Anfänge der Chinesischen Literatur
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中国文学论
DOI:
10.1007/978-3-476-05239-1_1
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发表时间:
2004
影响因子:
46.2
通讯作者:
C. Treter
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
R. Emmerich;H. Ess;R. Findeisen;M. Kern;C. Treter
Die Ursprunge der chinesischen Literatur liegen im Schnittpunkt politischer und religioser Praxis an der Wende vom zweiten zum ersten Jahrtausend v.Chr. Die fruhesten Zeugnisse geschriebener chinesischer Texte sind die Orakelinschriften (jiagu wen) der ausgehenden Shang (auch Yin)-Dynastie (16. Jh. —etwa 1045 v.Chr.), eingeritzt auf Bauchpanzern von Schildkroten und Schulterknochen von Rindern, worin die Shang-Konige ihre Befragungen der Ahnengeister und kosmischen Machte dokumentierten. Mehr als 150.000 Fragmente solcher Inschriften, datierend vom 14. bis zum 11. Jh. v.Chr., sind an der Statte der letzten Shang-Hauptstadt nahe des heutigen Anyang (Provinz Henan) ans Licht gekommen —kurze Texte von einigen wenigen bis zu einigen Dutzend Schriftzeichen. Sie belegen die Existenz eines komplexen, funktionalen, und daher uber einen vermutlich betrachtlichen Zeitraum gewachsenen Schriftsystems. Dieses erscheint auch in einer —bei weitem geringeren —Anzahl inskribierter Ritualbronzen derselben Periode. Den Orakel- und Bronzetexten durften andere schriftliche Versionen auf verganglichen Materialien wie Holz oder Bambus zugrunde gelegen haben, und es gibt keinen Grund auszuschliesen, das solche Materialien auch fur Texte nichtreligioser Natur verwendet wurden. Unsere enge Perspektive auf die Fruhphase der chinesischen Schrift, worin Ritualtexte in dauerhaften Materialien als das ausschliesliche Schrifttum ihrer Zeit erscheinen, mag daher lediglich auf dem materialbedingten Verfall aller ubrigen Texte beruhen.