Prozeß-produzierte Daten als empirisches Material für eine Soziologie des realen Sozialismus
Prozeß-produzierte Daten als empirisches Material für eine Soziologie des realen Sozialismus
复制标题
真实社会主义社会学的研究成果
DOI:
--
复制
发表时间:
1998
期刊:
影响因子:
--
通讯作者:
Stefan Hornbostel
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
H. Best;Stefan Hornbostel
Das Ende des Staatssozialismus in Europa und seine Transformation zur Konkurrenzdemokratie und marktwirtschaftlichen Ordnung hat die Sozialwissenschaften vor eine zweifache Herausforderung gestellt, die sie wohl noch fur einige Zeit beschaftigen wird: zum einen die Erforschung des Ubergangs zwischen grundlegend unterschiedlichen Sozialordnungen, zum anderen die retrospektive Rekonstruktion des „realen Sozialismus“, dessen Untergang erstmals einen weitgehend freien Zugang zu den verfugbaren Wissensquellen und Datenbestanden fur seine empirische Analyse eroffnet hat. Beide Aufgaben stehen in einem systematischen Zusammenhang, denn die Endphase des Staatssozialismus bildete die Ausgangskonfiguration fur die nachfolgenden Transformationsprozesse. Andererseits gilt jedoch, das dieser Zusanunenhang nicht die Eigenstandigkeit beider Forschungsaufgaben aufzulosen vermag, denn die postsozialistische Transformation geht offenkundig uber eine blose Umbildung des Ende der 1980er Jahre in Ost- und Ostmitteleuropa bestehenden Zustandes hinaus, wahrend der Staatssozialismus nicht nur von seinem Ende und Ubergang her begriffen werden kann.1 Er bildete einen besonderen Gesellschaftstyp, mit einer spezifischen Machtorganisation, eigenen Legitimationsfiguren, Strukturformen, Reproduktionsmechanismen und Kommunikationsweisen, bei unterschiedlichen Anpassungen an die gesellschaftlichen Gegebenheiten, denen er nach 1945 oktroyiert worden war. Man beginge deshalb einen „Fehlschlus des retrospektiven Determinismus“,2 wurde man die Systemgeschichte des Staatssozialismus ausschlieslich von seinem Untergang her rekonstruieren.