Tourismus
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旅游局
DOI:
10.14315/zee-1995-0103
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发表时间:
1995
期刊:
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通讯作者:
H. Ruh
中科院分区:
文献类型:
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作者:
H. Ruh
Ethisches Nachdenken über den Tourismus hat einen geringen Stellenwert. Er wird als eine Art Nebensache behandelt, die keinen Platz auf der Traktandenliste der Ethik beanspruchen darf. Neben Standardthemen wie Arbeit, Gesundheit, Medizin, Wirtschaft, Technik, Recht und Natur fällt kaum ein ethischer Gedanke für den Tourismus ab. Offensichtlich liegt er unterhalb des Standards für eine Behandlungswürdigkeit aus der Sicht der Ethik, eben weil er als Nebensache gilt. Der Tourismus hätte es auch schwer, sich thematisch an eine alte Ethiktradition anzuschließen. Das Gebot der stabilitas loci der Benediktinerregel ist zwar eine Art Wetterleuchten in dieser Hinsicht, blieb aber ohne Folge in der Tradition ethischer Themenbildung. Man ist versucht, sich diesen Sachverhalt auch psychologisch zu erklären: Welcher ernsthafte Ethiker will sich auf eine so leichtgewichtige Nebensache wie den Tourismus einlassen? Die Vermutung liegt nahe, daß sich diese Thematik nur für eine oberflächliche Behandlung im Kraftfeld eines boomenden Ethiktrends behandeln läßt; und wer es tut, disqualifiziert sich selbst. Nun, die Ethik wäre gut beraten, diese Zurückhaltung kritisch als Vorurteil zu betrachten. Denn nach fast allen Standards ist der Tourismus ein Problem für die Ethik von höchster Bedeutung. Fast alle ethisch relevanten Gesichtspunkte sind zu versammeln, sobald man sich diesem Thema nähern will. Die Konkretisierung dieser Behauptung fängt mit der Feststellung an, daß der Tourismus möglicherweise weltweit der bedeutendste Wirtschaftszweig des 21. Jahrhunderts werden könnte. In zwei Jahrzehnten hat sich der weltweite Umsatz im Tourismus von 22 Milliarden auf 3500 Milliarden US-Dollar gesteigert, eine unvorstellbare Summe, wenn man dazu annimmt, daß die Tourismuspotentiale selbst in den USA, Japan und Osteuropa erst zum geringsten Teil ausgeschöpft worden sind. Diese Größenordnung zeigt auf jeden Fall, daß wir es mit einer zunächst ökonomisch gigantischen Sache zu tun haben. Fragt man nach der Bedeutung des Tourismus für den Menschen, für die Wirtschaft und für die Natur, drei anerkannte ethische Perspektiven also, dann wird die ethische Rechnung sofort deutlich. Das »gute Leben«, das Gelingen des Lebens von unzähligen Millionen steht auf dem Spiel, und zwar das der Reisenden wie das der Bereisten. Was die Wirtschaft betrifft, wirft der Tourismus altbekannte und hochrelevante Probleme auf: Es geht um die Zerstörung von gesellschaftlichen Strukturen, um Ausbeutung, Zerstörung von Werten, Unterschichtung, Profit. Und endlich wird die natürliche Umwelt womöglich durch nichts anderes so sehr beeinflußt und zerstört wie durch den Tourismus. Nimmt man die klassisch gewordenen Aspekte der Umweltzerstörung wie Versiegdung der Böden, Abfall, aufgerissene Stoffkreisläufe und Zerstörung der Artenvielfalt, dann sind wir mit unserem Thema im Zentrum der