Qualitative Versorgungsforschung: Die Schwangerschaft als Statuspassage im Kontext einer nutzerinnenorientierten Gesundheitssicherung
Qualitative Versorgungsforschung: Die Schwangerschaft als Statuspassage im Kontext einer nutzerinnenorientierten Gesundheitssicherung
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定性研究:Die Schwangerschaft als Statuspassage im Kontext einer nutzerinnenorientierten Gesundheitssicherung
DOI:
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发表时间:
2011
期刊:
影响因子:
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通讯作者:
K. Mozygemba
中科院分区:
文献类型:
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作者:
K. Mozygemba
Ubergange im Lebenslauf wie die erste Schwangerschaft sind mit Irritationen und Unsicherheiten verbunden. Diese betreffen die Auseinandersetzung mit Rollenbildern, aber auch die Interpretation von Korperprozessen. Im Vortrag wird thematisiert, wie erstmals schwangere Frauen diesen Veranderungsprozess erleben, welche Funktionen der professionellen Begleitung fur die Verkorperung der Lebensphase zukommen und welche Ruckschlusse sich daraus fur eine nutzerinnenorientierte Versorgung ziehen lassen. Daten und Methoden: Den theoretischen Analyserahmen bildet eine Verbindung zwischen korper-leibtheoretischen Konzepten (Plessner, Lindemann und Schmitz) und dem Statuspassagenkonzept von Glaser und Strauss. Die Datengrundlage bilden 20 problemzentrierte Interviews mit Erstgebarenden (Theoretical Sampling). Diese wurden der Forschungsstrategie der Grounded Theory nach Strauss und Corbin folgend analysiert. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, wie die Verschrankung von Korperwissen und Leiberleben das Mutterwerden konkretisiert und wie sich die Mutterrolle bereits vor der Geburt einverleibt. Zentral ist dabei die Ubernahme von Verantwortung, die beispielsweise in der professionellen Bestatigung der „normalen„ Entwicklung des Fotus ihren Ausdruck findet und das Handeln der Frau als „gute Mutter„ legitimiert. Es zeigt sich aber auch, dass die Orientierung an der Idee professioneller Objektivitat von der Entwicklung von Korpervertrauen weg und zu einer Intensivierung der medizinischen Uberwachung fuhren kann. Diskussion/Schlussfolgerungen: Die Studienergebnisse zeigen, dass die professionelle Begleitung mehr ist als die institutionalisierte Verantwortungsubernahme fur die Gesundheit von Mutter und Kind. Der Besuch der Vorsorge wird sozial erwartet und dementsprechend sanktioniert. Deutlich wird dabei, dass der Nutzen von Untersuchungen unterschiedlich bestimmt wird. So nutzen Frauen beispielsweise Ultraschalluntersuchungen zu einer (professionell nicht intendierten) Form psychosozialer Unterstutzung „um„. Diese Umnutzungsprozesse verdeutlichen, dass Nutzerorientierung nicht nur uber zweckrationale Kosten-Nutzen-Kalkulationen oder eine blos formale Anderung der Angebotsstruktur erreicht werden kann. Fur eine nutzerinnenorientierte Versorgungsgestaltung ist es notwendig, die gegenseitigen Aushandlungs- und Sinnschreibungsprozesse der Akteure einzubeziehen und so beispielsweise auch Medikalisierung als in der Lebenswelt verankert zu verstehen.