Stephanoscyphus (Scyphozoa, Coronatae) und seine direkte Abstammung von den fossilen Conulata
Stephanoscyphus (Scyphozoa, Coronatae) und seine direkte Abstammung von den fossilen Conulata
复制标题
DOI:
10.1007/bf01611953
复制
发表时间:
1966-12
期刊:
影响因子:
--
通讯作者:
B. Werner
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
B. Werner
1. Der rezente marine ScyphopolypStephanoscyphuskommt mit mehreren Arten auf dem Schelf der Kontinente und in größeren Meerestiefen vor. Es war erstmals möglich, mehrere Arten in Laboratoriumskultur zu nehmen und Morphologie, Entwicklung und Lebensweise am lebenden Objekt zu untersuchen.2.Stephanoscyphusist durch den Besitz einer aus Chitin bestehenden Peridermröhre ausgezeichnet, die von der Epidermis gebildet wird und den ganzen Körper von außen umschließt. Aus der Röhrenmündung wird nur der Kopfteil mit Mundfeld und einem Kranz aus zahlreichen Tentakeln herausgesteckt. Der sich verjüngende Basalteil ist mit einer kleinen Haftscheibe angeheftet.3. Der Besitz der Peridermröhre ist ein altertümliches Merkmal, durch dasStephanoscyphussich an die fossilen Vorfahren der rezenten Scyphozoa, die Conulata, direkt anschließt. Die Einzeluntersuchungen über Form, Aufbau, Oberflächenstruktur und Bildungsweise der Peridermröhre haben zusammen mit den Resultaten von Durchschneidungs-und Defektversuchen eine weitgehende Übereinstimmung mit den Tatsachen ergeben, die aus den Beschreibungen der Conulatengehäuse bekannt sind.4. Auch die Organisation des Weichkörpers weist altertümliche Merkmale auf. Solche sind: der tetrasymmetrische Bau mit dem Vorhandensein von vier Gastralsepten und vier Septalmuskeln; ferner das Fehlen des Mundkegels, der Septaltrichter und der Mesogloea. Ein besonders wichtiges Merkmal ist die Existenz eines Kanalsystems im Kopfteil, das aus einem geschlossenen Ringkanal und den vier von ihm ausgehenden Radialkanälen besteht. Ein solches Kanalsystem wird bei keinem anderen Cnidarierpolypen, wohl aber bei ihren Medusen gefunden.Stephanoscyphusist ein Polyp mit dem Kanalsystem einer Meduse, womit die morphologische Gleichwertigkeit von Polyp und Meduse direkt erwiesen ist. Eine Meduse ist ein zum Zweck der Verbreitung abgelöster und in Anpassung an die pelagische Lebensweise umgewandelter Polyp.5. Durch die polydiske Strobilation erweist sichStephanoscyphusals echter Scyphopolyp. Existenz und Eigenart dieser terminalen, auf die Scyphozoa beschränkten Medusenbildung lassen sich evolutionistisch am besten aus dem Besitz der festen Peridermröhre ableiten.6. Existenz, Organisation und Lebensweise vonStephanoscyphusgestatten die Schlußfolgerung, daß sich der Organisationstypus der Conulata in diesem Polypen in wesentlichen Zügen bis auf den heutigen Tag erhalten hat.7. Umgekehrt verlieren damit alle Zweifel an der Scyphozoennatur der Conulata ihre Berechtigung.8. Auf Grund der Morphologie und Biologie vonStephanoscyphuskönnen wir uns von Bau und Lebensweise der Conulata heute ein besseres Bild machen, als es bis jetzt möglich war. Die bislang vertretene Auffassung, daß sich die erwachsenen Conulata aktiv vom Basalteil ablösten und dann eine vagile oder gar freischwimmende Lebensweise führten, hat nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit für sich. Die Conulata repräsentierten vielmehr eine reine Polypengeneration.