Marine Fischparasiten in Indonesien: Befallssituation und Bedeutung für die Marikultur von Zackenbarschen
Marine Fischparasiten in Indonesien: Befallssituation und Bedeutung für die Marikultur von Zackenbarschen
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印度尼西亚的海洋鱼类寄生虫:Zackenbarschen Marikultur 的遭遇和情况
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发表时间:
2006
期刊:
影响因子:
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通讯作者:
S. Rückert
中科院分区:
文献类型:
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作者:
S. Rückert
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Befallssituation und der Bedeutung von marinen Fischparasiten fur die Zackenbarsch-Marikultur in Indonesien. Die kommerzielle Aufzucht mariner Organismen gewinnt zunehmend an Bedeutung fur die Nahrungsmittelproduktion Indonesiens und stellt mittlerweile einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Daher wird derzeit konsequent in den Auf- und Ausbau von Marikulturanlagen investiert. Unmittelbar damit verknupft treten jedoch verstarkt Probleme mit Krankheiten und Parasiten auf. Je erfolgreicher die Entwicklung in der Massenproduktion ist, desto mehr erregerbedingte Krankheiten, ausgelost durch Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten, treten auf. In den betroffenen Marikulturanlagen kann es dadurch zu hohen Mortalitatsraten und damit zu enormen wirtschaftlichen Einbusen kommen. Die Ubertragungswege von Parasiten auf kultivierte Fische ergeben sich aus den artspezifischen Lebenszyklen. So konnen Parasiten entweder uber Futter, Besatz- oder Kleinfische oder uber Organismen im Aufwuchs der Netze in die Anlagen eingetragen werden.
Uber einen Zeitraum von zwei Jahren (2002 bis 2004) wurden insgesamt 1050 Fische aus indonesischen Marikulturanlagen bzw. deren Umgebung parasitologisch untersucht. Davon gehorten 750 Exemplare zu den wirtschaftlich wichtigen Fischarten Lates calcarifer (105), Epinephelus coioides (225) und E. fuscoguttatus (420). Hauptstandort der Untersuchung war das Balai Budidaya Laut (BBL), ein nationales Marikultur-Forschungszentrum in Lampung, Sumatra. Die Probennahmen wurden sowohl in der Trocken- als auch in der Regenzeit durchgefuhrt. Die Fischart E. fuscoguttatus wurde zusatzlich in der Umgebung einer Netzkafiganlage sowie in drei weiteren Marikulturanlagen in der Lampung Bucht und in einer Marikulturanlage auf den Tausend Inseln (Pulau Seribu), Java untersucht. Mit der Fischart E. coioides wurde ein Futterungsexperiment durchgefuhrt, bei dem eine Versuchsgruppe mit kurzzeitig gefrorenem Futterfisch und eine weitere mit Pellets gefuttert wurde. Zudem wurden jeweils 30 Exemplare der 10 am haufigsten als Futter genutzten Fischarten auf ihre Parasitenfauna und auf ihre Rolle bei der Ubertragung von Parasiten auf die Fische in den Anlagen untersucht.
Insgesamt konnten 46 Parasitenarten bei den drei untersuchten Marikulturfischarten nachgewiesen werden, davon 14 Parasitenarten mit einer ektoparasitischen und 32 mit einer endoparasitischen Lebensweise. Saisonale Unterschiede in der Parasitierung von den am BBL gehalterten Fischarten L. calcarifer und E. fuscoguttatus waren nicht nachzuweisen. Im Gegensatz dazu zeigten die freilebenden Exemplare von E. fuscoguttatus einen Trend zur Saisonalitat im Parasitenbefall. Die Auswertung der physikochemischen Messdaten ergab, dass die Wasserqualitat in den Beprobungsgebieten im Untersuchungszeitraum keinen groseren jahreszeitlichen Schwankungen unterlag. Es konnten regionale Unterschiede im Parasitenbefall der Zackenbarsche zwischen den einzelnen Anlagen aufgezeigt werden. Diese lassen sich durch die standorttypischen Umweltbedingungen sowie durch die unterschiedlichen Managementmethoden in den Anlagen erklaren.
Drei methodisch verschiedene Ansatze konnten neue Erkenntnisse uber die Transferwege von marinen Fischparasiten in indonesische Marikulturanlagen erbringen. Dabei liesen sich fur die drei Parasitenarten/-taxa Prosorhynchus spp., Didymozoidae gen. et sp. indet. und Parotobothrium balli neue Lebenszyklen aufzeigen. Das Futterungsexperiment mit E. coioides ergab, dass sich die Ubertragung von Endoparasiten durch den Einsatz von Pellets als Futtermittel reduzieren bzw. vermeiden lasst. Dieses gilt jedoch nur fur Fischbesatze, die Pellets als Futter annehmen. Die Untersuchungen der Futterfische am BBL in Lampung zeigten, dass 15 der insgesamt 62 nachgewiesenen Parasitenarten ebenfalls in den dort kultivierten Zackenbarschen vorkamen. Damit stellten die Futterfische den wichtigsten Parasitenubertrager in die Marikulturanlagen dar. Eine geeignete Vorbereitung der Futterfische, durch z.B. die Entnahme der inneren Organe und die gezielte Verfutterung von ausgewahlten, unbefallenen Fischarten kann das Risiko der Parasitenubertragung erheblich reduzieren. Auch die auf den Netzkafigen lebenden Invertebraten konnen, durch ihre Funktion als Zwischenwirte, in den Lebenszyklen einiger der nachgewiesenen Parasiten eine wichtige Rolle im Parasitentransfer spielen. Durch eine Minimierung des Aufwuchses sowie der sich darin befindenden Invertebraten auf den Netzkafigen kann der mogliche Parasitentransfer verringert bzw. vermieden werden. Eine Kontrolle der Endoparasiten in indonesischen Zackenbarsch-Marikulturen kann folglich mit relativ einfachen Masnahmen erfolgreich durchgefuhrt werden.
Im Gegensatz dazu lassen sich Ektoparasiten nur schwer kontrollieren. Sind Ektoparasiten in den Anlagen vorhanden, ist es nahezu unmoglich, diese komplett aus dem System zu eliminieren. Regelmasige Bekampfungsmasnahmen sind notwendig, um einen Massenbefall zu vermeiden und die Befallszahlen gering zu halten. Gerade der Befall mit Ektoparasiten kann haufig zu Massensterben und damit zu erheblichen wirtschaftlichen Einbusen fuhren.
Da sich regionale Unterschiede und somit verschiedene Umwelt- und Halterungsbedingungen durch die Zusammensetzung der Parasitenfauna indizieren lassen, konnen Parasiten als Bioindikatoren fur eine geeignete Standortwahl von neuen Marikulturanlagen eingesetzt werden. Des Weiteren dienen sie als nutzliche Indikatoren zur Bewertung der aktuellen Halterungsbedingungen. Dafur geeignet sind trichodine Ciliaten, die Endohelminthen sowie die zu beobachtende Biodiversitat der Fischparasiten in den jeweiligen Anlagen. Die vorliegende Arbeit liefert erste Grundlagen fur den Entwurf eines Steuerungs- und Kontrollsystems, das zur Evaluierung der Halterungsbedingungen und Managementmethoden herangezogen werden kann. Somit lassen sich die erzielten Ergebnisse fur die gezielte Parasitenbekampfung und Krankheitsvermeidung in der indonesischen Marikultur verwenden.