Einleitung: Der Blick auf das Kind — gilt der Gesellschaft
Einleitung: Der Blick auf das Kind — gilt der Gesellschaft
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Einleitung: Der Blick auf das Kind — gilt der Gesellschaft
DOI:
10.1007/978-3-322-80960-5_1
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发表时间:
2005
期刊:
影响因子:
--
通讯作者:
Doris Bühler
中科院分区:
文献类型:
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作者:
Doris Bühler
Die Macht der Unschuld ist eine dreifache. Sie signalisiert Gefahr, verspricht Rettung — wie sie beide die Gesellschaft umfassend betreffen — und sie kann uber moralische Zugehorigkeit schlechthin entscheiden: Steht man ihr entgegen, so bewirkt sie Ausschluss aus dem Kreis derjenigen, denen gesellschaftliche Anerkennung noch zukommen kann, stellt man sich in ihren Dienst, so garantiert sie fur den quasi naturlich guten Menschen und heiligt die Sache, die man vertritt. Die Macht der Unschuld, deren Rituale, Geschichten und Wirkungen dieses Buch aufzeigen will, wird aus dem Kind gewonnen — durch symbolische Uberhohung. Durch das Kind wird Unschuld einpragsam, anruhrend und mit hochster Autoritat verkorpert. Die Macht der Unschuld beansprucht Natur und Heiligkeit als ihre Referenzen. In ihrem Einsatz, ihrer Wirkung und auch in ihrer keineswegs unschuldigen Konstruktion ist sie jedoch ganz von dieser Welt: Sie ist eine gesellschaftliche Macht.