Ein synthetischer Impfstoff aus einem tumorassoziierten Sialyl‐TN‐MUC1‐Tandem‐Repeat‐Glycopeptid und Tetanustoxoid zur Induktion einer starken, hochselektiven Immunantwort
Ein synthetischer Impfstoff aus einem tumorassoziierten Sialyl‐TN‐MUC1‐Tandem‐Repeat‐Glycopeptid und Tetanustoxoid zur Induktion einer starken, hochselektiven Immunantwort
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DOI:
10.1002/ange.200902564
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发表时间:
2009-09
影响因子:
--
通讯作者:
A. Kaiser;Nikola Gaidzik;Ulrika Westerlind;D. Kowalczyk;Alexandra Hobel;E. Schmitt;H. Kunz
中科院分区:
文献类型:
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作者:
A. Kaiser;Nikola Gaidzik;Ulrika Westerlind;D. Kowalczyk;Alexandra Hobel;E. Schmitt;H. Kunz
Ein Impfstoff gegen Krebs muss vorrangig drei Kriterien erfüllen: Die induzierte Immunantwort muss so stark sein, dass die Toleranz gegen auf körpereigenen Zellen vorkommende Strukturen, wie tumorassoziierte Glycolipide und Glycoproteine, durchbrochen wird;[1] das präsentierte Antigen muss typisch für die Tumorzelle, auf dieser stark exprimiert und verschieden von verwandten Strukturen auf gesunden Zellen sein;[2] und die Immunantwort muss hochselektive Antiseren ergeben,[3] sodass keine Autoimmunreaktion gegen gesundes Gewebe ausgelöst wird. Das membrangebundene tumorassoziierte Glycoprotein MUC1 [4] könnte die beiden letzteren Kriterien erfüllen. Es wird auf nahezu allen Epithelgeweben exprimiert, und auf Tumorgeweben ist es stark überexprimiert.[5] Das Glycanmuster von MUC1 auf Tumorzellen ist charakteristisch verschieden von dem auf Normalzellen.[2, 5] Das ist auf veränderte Glycosyltransferaseaktivitäten in den Epitheltumorzellen bei der Mucinbiosynthese zurückzuführen: Die Glucosamintransferase GnT2 ist stark herunter-, Sialyltransferasen sind dagegen hochreguliert.[5, 6] Wegen dieser veränderten Enzymaktivitäten sind das TN-Antigen und das Sialyl-TN-Antigen besonders typische Saccharidantigene für Epitheltumorzellen und bereits auf Epitheltumorgeweben nachgewiesen worden.[4–7] Die veränderten Enzymaktivitäten haben zur Folge, dass MUC1 auf Epitheltumorzellen im Durchschnitt kürzere Saccharide trägt als MUC1 auf gesunden Epithelzellen. Daher sind nicht nur die Saccharide,[8] sondern auch Peptidsequenzen aus der extrazellulären Tandem-Repeat-Region an den tumortypischen Glycopeptidepitopen beteiligt.[9] Mit vollsynthetischen Impfstoffen, die aus Glycopeptiden von MUC1 und einem über einen Oligoethylenglycol-Spacer verknüpften T-Zellepitop aus dem Ovalbumin (OVA) bestehen, konnten in transgenen Mäusen hochselektive Antiseren induziert werden.[10, 11] Die Seren sind nahezu monoklonal. Die Antikörper erkennen selektiv das tumorassoziierte MUC1-Glycopeptid, nicht aber die nichtglycosylierte identische Peptidsequenz oder das tumorassoziierte Saccharidantigen in Verbindung mit einer anderen Peptidsequenz, z. B. aus MUC4.[12] Die Immunantwort ist nach der dritten Immunisierung spezifisch und vom IgG-Typ, fällt aber nur bei jeder dritten Maus genügend stark aus. Daher und um die Barriere zur Anwendung beim Menschen zu überwinden, haben wir das Sialyl-TN-MUC1-Glycopeptidantigen an Tetanustoxoid als Trägerprotein angebunden. Tetanustoxoid-Konjugate mit natürlichen viralen oder bakteriellen Strukturen wurden in mehreren Impfstoffen beim Menschen angewendet.[13]