Sprachliche Landschaften. Die Strukturierung des öffentlichen Raums durch die geschriebene Sprache
Sprachliche Landschaften. Die Strukturierung des öffentlichen Raums durch die geschriebene Sprache
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语言景观。
DOI:
10.1515/9783110223613.271
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发表时间:
2010
期刊:
影响因子:
--
通讯作者:
P. Auer
中科院分区:
文献类型:
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作者:
P. Auer
Es gehort zu den Gemeinplatzen der Linguistik, dass gesprochene Sprache situationsgebunden, geschriebene Sprache aber zumindest tendenziell situationsgelost sei und sich uber Orte und Zeitpunkte hinweg transportieren lasst, ohne ihre Bedeutung wesentlich zu verandern. Eine grose Menge von schriftlichen Zeichen ist allerdings genau durch das umgekehrte Phanomen gekennzeichnet: sie sind ortsstabil und in ihrer Bedeutung von ihrem lokalen Kontext abhangig. Die Schrift auf Schildern, Plakaten und anderen offentlichen Zeichen ist eine spezifische Form von Sprache, die den gangigen Stereotypen von Schriftlichkeit widerspricht, weil sie „ding“- bzw. „ortsfest“ ist und funktional wie auch formal anderen Regelmasigkeiten folgt als die meist betrachtete Schrift der Texte auf transportablen Tragern wie Buch, Zeitung, elektronischem Textdokument oder E-mail. Solche Funktionen von Schrift (wie Wegweisen, Orientierung geben, Erinnern und Appellieren, Zugehorigkeit Signalisieren) sind seit deren Erfindung relevant gewesen; erst in jungster Zeit werden aber orts- und dingfesten Zeichen unter dem Begriff der linguistic landscapes ins Blickfeld der Linguistik geruckt und systematisch untersucht. Das Forschungsinteresse liegt vor allem in der Beantwortung der Frage, wie offentliche Zeichen Sprach-Raume konstituieren, und zwar insbesondere monolinguale oder bilinguale Raume in mehrsprachigen Gesellschaften. Der folgende Beitrag geht aber nur nebenbei auf solche Sprach-Raume ein; sein primares Interesse gilt der Art und Weise, wie offentliche, orts- und dingfeste Zeichen uberhaupt Raum konstituieren, d.h. wie wir semiotisch dicht organisierte Raume ,lesen‘, um uns in ihnen zu orientieren.