Magdolna Orosz / Jörg Schönert (Hgg.), Narratologie interkulturell: Entwicklungen – Theorien. 2004
Magdolna Orosz / Jörg Schönert (Hgg.), Narratologie interkulturell: Entwicklungen – Theorien. 2004
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Magdolna Orosz / Jörg Schönert (Hgg.),跨文化叙事:Entwicklungen – Theorien 2004。
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发表时间:
2007
期刊:
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通讯作者:
Astrid Erll
中科院分区:
文献类型:
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作者:
Astrid Erll
Bei ,Interkulturalität‘ handelt es sich um ein neueres Konzept der Literaturund Kulturwissenschaften, dem insbesondere in der Imperialismusund der Postkolonialismusforschung, im Rahmen der komparatistischen Imagologie und der Kulturtransferforschung mittlerweile die Rolle eines Schlüsselbegriffs zukommt.1 Die Frage nach den möglichen Schnittstellen zwischen Interkulturalitätsforschung und Narratologie ist eine hochinteressante, denn die Allgegenwart des Narrativen in der Kultur läßt vermuten, daß auch in Konstellationen des Kulturkontakts bestimmten Erzählstrukturen und narrativen Medien (vom Roman über die graphic novel bis hin zum Film) wichtige Funktionen zukommen. Der von Magdolna Orosz und Jörg Schönert herausgegebene Sammelband Narratologie interkulturell ist aus einem deutsch-ungarischen Forschungsprojekt hervorgegangen, das in den Jahren 2002 und 2003 an den Universitäten Hamburg und Budapest durchgeführt wurde. Der Untertitel Entwicklungen Ð Theorien verweist bereits auf die beiden Teile, in die der Band etwas unvermittelt zerfällt: In einem ersten Block geht es, am Beispiel der Erzähltheorie, um den Austausch zwischen verschiedenen Wissenschaftskulturen; zweitens wird die Frage gestellt, „ob ein spezifisches narratologisches Modell für interkulturell angelegte Textanalysen zu erstellen ist“ (S. 9f.). Im ersten, wissenschaftsgeschichtlich ausgerichteten Teil finden sich zwei Aufsätze zu Franz Stanzels Erzähltheorie (Anja Cornils, Wilhelm Schernus), eine Studie zur Wissenschaftskommunikation am Beispiel von narratologischen Tagungen der 1970er und 1980er Jahre (Anja Cornils) sowie Beiträge zur Geschichte und Entwicklung der Narratologie in Ungarn (Amália Kerekes / Magdolna Orosz / Katalin Teller sowie Tibor Bónus). All diese Beiträge liefern interessante und wichtige Bausteine zu einer Wissenschaftsgeschichte der Narratologie. Doch obwohl es dabei stets auch um interdisziplinäre und internationale Bezüge geht (wie den Austausch zwischen dem deutschen Narratologen Franz Stanzel, der Amerikanerin Dorrit Cohn und dem Franzosen Gérard Genette, den Einfluß Arthur Dantos auf die deutsche Diskussion über Narrativität oder die Rezeption von Roland Barthes in Ungarn), bleibt eine explizite Thematisierung oder gar Theoretisierung der interkulturellen Dimension von Wissenschaftsgeschichte in der Regel doch aus. Im zweiten Teil des Bandes geht es dominant um die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen einer ,interkulturellen Narratologie‘ (Tom Kindt / Hans-Harald Müller, Magdolna Orosz, Katalin Teller, Jörg Schönert). Gleich mehrfach und in unterschiedlicher Terminologie wird dabei auf eine wichtige Unterscheidung hingewiesen, die man in der aktuellen Diskussion um die kulturwissenschaftliche beziehungsweise kontextsensible Erweiterung der klassischen strukturalistischen Narratologie berücksichtigen sollte: die zwischen Narratologie als literaturwissenschaftlicher Theorie (Erzähltheorie) und Narratologie als literaturwissenschaftlicher Methode (Erzähltextanalyse