Dipolare Restkopplungen als effektives Instrument der Konstitutionsanalyse: die unerwartete Bildung tricyclischer Verbindungen
Dipolare Restkopplungen als effektives Instrument der Konstitutionsanalyse: die unerwartete Bildung tricyclischer Verbindungen
复制标题
DOI:
10.1002/ange.201007305
复制
发表时间:
2011-03
影响因子:
--
通讯作者:
Grit Kummerlöwe;B. Crone;M. Kretschmer;Stefan F. Kirsch;B. Luy
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
Grit Kummerlöwe;B. Crone;M. Kretschmer;Stefan F. Kirsch;B. Luy
Die Substanz, die wir in dieser Fallstudie untersuchten, ist eines der Produkte, die durch Reaktion des 1, 5-Enins 1, das außerdem eine Azidgruppe enthält, in Anwesenheit von elektrophilen Iod-Quellen entstehen (Schema 1). Wie kürzlich berichtet wurde, kann das Enin 1 (R1= Me, R2= Ph) abhängig von den genauen Reaktionsbedingungen selektiv in Aryl 2 oder Cyclohexadien 3 umgewandelt werden.[4] Darüber hinaus wurde bei der Untersuchung der Reaktivität des Enins 1 gegenüber I2 und K3PO4 überraschend beobachtet, dass Temperaturen über 08C zur Bildung eines unbekannten Produkts 4 in niedrigen Ausbeuten führen (Schema1).[5] Diese Studien zeigten zwar sehr deutlich, dass die Iodoniuminduzierte Carbocyclisierung von Eninen eine vielversprechende Reaktion ist, sie ließen aber die Frage unbeantwortet, welches die Struktur von 4 ist. Davon ausgehend, dass die elektrophile Cyclisierung von Eninen ein Gebiet mit zunehmender Bedeutung sein wird,[6] halten wir die Bestimmung der Struktur von 4 für unverzichtbar für ein besseres Verständnis des zugrundeliegenden Reaktionsmechanismus. Klassische Methoden zur Strukturbestimmung kleinerer Substanzmengen–einschließlich Massenspektrometrie, IR-Spektroskopie und konventionelle NMR-Experimente wie eindimensionale 1H-und 13C-sowie zweidimensionale COSY-, HSQC-und HMBC-Spektroskopie–vermochten nicht die Konstitution von Substanz 4 aufzuklären. Es konnten jedoch die Summenformel C16H18IN und elf Fragmente identifiziert werden: eine Phenylgruppe, eine Methylgruppe, fünf Methylengruppen (drei davon bilden eine isolierte Kette), ein tertiäres Stickstoffatom, ein Iod-Atom und vier quartäre Kohlenstoffatome (siehe Hintergrundinformationen). Das 1H, 13C-HMBC-Spektrum zeigt 63 und das 1H, 15N-HMBC-Spektrum 7 Kreuzsignale, wodurch fast jedes Fragment mit jedem anderen Fragmente korreliert wird und somit lediglich auf eine sehr kompakte Struktur geschlossen werden kann. Sogar die Aufnahme eines 2D-1, 1-ADEQUATE-Spektrums [7] führte nicht zu Aufklärung der Konstitution. Es konnten jedoch fünf zusätzliche 13C, 13C-Korrelationen identifiziert werden, wodurch sich die Anzahl der Strukturfragmente auf sechs reduziert (siehe Hintergrundinformationen). Da die klassische NMR-Analyse fehlschlug, beschlossen wir, das Problem auf unkonventionelle Weise anzugehen und die Analyse mithilfe dipolarer Restkopplungen (RDCs) zu versuchen. RDCs und andere anisotrope NMR-Parameter enthalten einzigartige Informationen über den Winkel des Kern-Kern-Verbindungsvektors in Bezug auf das statische Magnetfeld. Diese Strukturinformationen haben sich für die Verifizierung/Falsifizierung vorgeschlagener Konfigurationen [2] oder Konformationen [3] als sehr nützlich erwiesen. Wir nahmen daher an, dass es auch möglich sein sollte, die richtige Konstitution unseres Reaktionsprodukts 4 zu identifizieren, solange genügend anisotrope NMR-Parameter gemessen und ausreichend viele Strukturmodelle konstruiert werden können.