Religionsunterricht an staatlichen Schulen in Frankreich?
Religionsunterricht an staatlichen Schulen in Frankreich?
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法国的宗教是公立学校吗?
DOI:
10.1515/zpt-2010-0206
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发表时间:
2010
期刊:
影响因子:
--
通讯作者:
B. Schröder
中科院分区:
文献类型:
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作者:
B. Schröder
Neuere Entwicklungen und Einschätzungen Mit dem sog. Debray-Bericht, der im Jahr 2002 veröffentlicht wurde1, brach in Frankreich (wieder einmal) eine Debatte darüber auf, ob ein laizistischer Staat in seinen – seit 1882 bzw. 1886 – laizistisch konzipierten Schulen eines Unterrichts über „die religiöse Tatsache“ (le fait religieux) bedürfe. Anlass zu dieser Frage gab die Einsicht, dass religiöse Bezüge, die sich in Geschichte, Kultur und Gesellschaft Frankreichs allerorten finden – sei es die Verarbeitung biblischer Motive in der bildenden Kunst, sei es das muslimische Selbstverständnis vieler aus dem Maghreb stammender Franzosen –, ohne einen solchen Unterricht unbegriffen bleiben. Debray sprach pointiert von einer „inculture religieuse“2, die sich im Lande breit gemacht habe. Diese Unkultur wiederum galt teils als einer Kulturnation wie Frankreich nicht würdig, teils als politisch gefährlich – etwa insofern auf Unverständnis stoßende und gesellschaftlich nicht-integrierte Muslime die Einheit der französischen Nation in Frage stellen. Um das Problem zu beheben, gab Debray das Leitbild einer „laicité d’intelligence“3 aus, zu der notwendigerweise auch eine Grundbildung in Sachen Religion gehöre. Bei allen Vorschlägen zu deren Realisierung war und ist Konsens: Religionsunterricht in Frankreichs Schulen soll und wird Religion nicht als „objet de culte“ (also etwas, das man praktizieren könne und solle), sondern allein als „objet de culture“ (also als kulturelles Phänomen) thematisieren.4 Anders gesagt: Es ging und geht nicht darum, das Selbstverständnis von Religionen zu explizieren, sondern den Facettenreichtum der Kultur Frankreichs zur Geltung zu bringen – und dabei, soweit erforderlich, eben auch Religionen zu berücksichtigen. Den Empfehlungen Debrays entsprechend wurden Maßnahmen ergriffen, darunter die Einrichtung eines „Institut européen en sciences des religions“ (IESR), eines „Europäischen Instituts für Religionswissenschaften“ in Paris (mit Dependencen in Straßburg, Toulouse und Aix) und die Entwicklung von „modules sur l’enseignement du fait religieux“, die in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in den Fächern Geschichte, Geografie, Staatsbürgerkunde sowie Französisch und Philosophie zum Einsatz kommen und sich in entsprechenden Unterrichtsequenzen niederschlagen sollen.5