Die Realität der Massenmedien
Die Realität der Massenmedien
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大众传媒的现实
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发表时间:
1995
期刊:
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通讯作者:
N. Luhmann
中科院分区:
文献类型:
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作者:
N. Luhmann
Was wir uber unsere Gesellschaft, ja uber die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien.1 Das gilt nicht nur fur unsere Kenntnis der Gesellschaft und der Geschichte, sondern auch fur unsere Kenntnis der Natur. Was wir uber die Stratosphare wissen, gleicht dem, was Platon uber Atlantis weis: Man hat davon gehort. Oder wie Horatio es ausdruckt: So I have heard, and do in part believe it.2 Andererseits wissen wir so viel uber die Massenmedien, das wir diesen Quellen nicht trauen konnen. Wir wehren uns mit einem Manipulationsverdacht, der aber nicht zu praktischen Konsequenzen fuhrt, da das den Massenmedien entnommene Wissen sich wie von selbst zu einem selbstverstarkenden Gefuge zusammenschliest. Man wird alles Wissen mit dem Vorzeichen des Bezweifelbaren versehen — und trotzdem darauf aufbauen, daran anschliesen mussen. Die Losung des Problems kann nicht, wie in den Schauerromanen des 18. Jahrhunderts, in einem geheimen Drahtzieher im Hintergrund gefunden werden, so gerne selbst Soziologen daran glauben mochten. Wir haben es — so die These, die im Folgenden ausgearbeitet werden soll — mit einem Effekt der funktionalen Differenzierung der modernen Gesellschaft zu tun. Man kann ihn durchschauen, man kann ihn theoretisch reflektieren. Aber es geht nicht um ein Geheimnis, das sich auflosen wurde, wenn man es bekannt macht. Eher konnte man von einem „Eigenwert“ oder einem „Eigenverhalten“ der modernen Gesellschaft sprechen3 — also von rekursiv stabilisierten Funktoren, die auch dann stabil bleiben, wenn ihre Genetik und ihre Funktionsweise aufgedeckt sind.