Banale Kämpfe?: Perspektiven auf Populärkultur und Geschlecht. Eine Einleitung
Banale Kämpfe?: Perspektiven auf Populärkultur und Geschlecht. Eine Einleitung
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Banale Kämpfe?:Perspektiven auf Populärkultur und Geschleitung。
DOI:
10.1007/978-3-531-18982-6_1
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发表时间:
2012
影响因子:
2.2
通讯作者:
Ralf Steckert
中科院分区:
文献类型:
--
作者:
Paula;J. Jäckel;Z. S. Pfeiffer;Nadine Sanitter;Ralf Steckert
„I'm not a feminist” proklamiert Lady Gaga (2009). Beth Ditto dagegen bezeichnet sich selbst als „fat feminist lesbian from Arkansas” (France/Wisemann 2008). Die Positionierungen der Pop-Ikonen scheinen eindeutig. Das Feld, in das sie intervenieren, jedoch nicht. So wird Lady Gaga in zahlreichen Artikeln ein feministischer bzw. geschlechterkritischer Impetus zugestanden, während Beth Ditto mit dem Vorwurf konfrontiert wird, sie sei nicht mehrqueeroder feministisch genug. Viele Hörer_innen der Hit-Radios werden von beidem nichts wissen, vielen Tanzenden in den Clubs wird dies alles reichlich egal sein; manche werden keine Ahnung haben, wasqueerbedeutet und andere wird es wochenlang in ihren Blogs beschäftigen. Die Vielfalt in den Selbstpositionierungen sowie den Fremdzuschreibungen der beiden Stars ist ebenso wie ihre Live-Performances und Musikclips paradigmatisch für das Feld der Populärkultur. Dass beide Stars sich aufgerufen fühlen, sich zu ihrer politischen Haltung zu äußern, zeigt, dass Populärkultur keine naive, keine reine Unterhaltungsmaschine jenseits von Sinn und Verstand ist; vielmehr ist alles an Populärkultur – ihre Chiffren, Styles, Zeichen, Texte, Medien, Formen, körperlichen Erfahrungen usw. – an sich und per se mehrdeutig. Populärkultur eröffnet widersprüchliche Lesarten. Dies umso mehr, als es das Wesen der Populärkultur ist, ein Massenphänomen, eine Trivialität im Alltag vieler Menschen zu sein. Populärkultur ist damit ein dynamischer Ort, an dem gesellschaftliche und sozioökonomische Deutungen verhandelt werden; Populärkultur ist ein Feld der Auseinandersetzung. Geschlecht ist dabei auf allen Ebenen (in Diskursen, symbolischen Repräsentationen, Interaktionen und Praxen) bedeutsam.