Geschichten vom Rohen zum Hohen. Kontinuitätsvermittlung in der Strafrechtsgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts
Geschichten vom Rohen zum Hohen. Kontinuitätsvermittlung in der Strafrechtsgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts
批准号:
5262194
负责人:
Oliver Hein
金额:
$0.0万
依托单位国家:
德国
项目类别:
Publication Grants
财政年份:
2000
资助国家:
德国
项目状态:
已结题
起止时间:
1999-12-31 至 2000-12-31
中文摘要
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英文摘要
In diesen Texten werden - so eine zentrale These der Arbeit - in vielerleich Hinsicht "Geschichten vom Rohen zum Hohen" erzählt. Autoren der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stellten die Gescfhichte des deutsch-germanischen Strafrechts am roten Faden einer zeitübergreifenden Haltung der Germanen zum Strafen dar, die seit jeher zugleich hoch-geistig und roh-körperlich gewesen sei. Während die rohen Anfänge von diesen Autoren als wertvoll, nämlich als entwicklungsfähig stilisiert wurden, werteten sie Autoren seit der Mitte des Jahrhunderts ab. Die Schilderungen verdüsterten sich nun zu Szenarien ursprünglich "roher", und das hieß nunmehr: "grausamer", triebbestimmter Rache. Kollektivsubjekt der Strafrechtsgeschichte war nun nicht mehr das germanisch-deutsche Volk, sondern die Menschheit schlechthin. Die Menschheit hat danach den Vergeltungs"trieb" durch Geist und Intellekt überwunden. Mit der darin wirksamen Fortschrittsdynamik begründeten die Autoren als Strafrechtsdogmatiker ihre Ablehnung des Strafzwecks: "Vergeltung". Der "Fortschritt" lieferte ihnen dazu die Argumente.Das "lange" 19. Jahrhundert endete mit einer neuerlichen Hochschätzung der "rohen" Anfänge, die den Kulturpessimismus und die Zivilisationskritik der Jahrhundertwende widerspiegelt.
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